Mehr Grün macht den Sommer in den Betonwüsten erträglicher

Im Sommer wird es in vielen Städten besonders heiss. Die Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat nun am Beispiel des Münsterhofs in Zürich durchgerechnet, wie man die Temperaturen auf dem Platz senken könnte.

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Mehr Grün, wie hier das Projekt einer Wiese auf dem Zürcher Münsterhof, könnte die Temperaturen in Städten senken.

Mehr Grün, wie hier das Projekt einer Wiese auf dem Zürcher Münsterhof, könnte die Temperaturen in Städten senken.

Keystone

(sku) Die Temperaturen auf dem Münsterhof wären deutlich tiefer, wenn der Platz nicht gepflastert, sondern mit Erde und Gras bedeckt wäre. Das zeigen Berechnungen des Empa, wie das Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt am Donnerstag mitteilt. Würde man schon nur einen Viertel der gepflasterten Fläche durch einen anderen Bodenbelag ersetzen, würde der Boden über Nacht stärker abkühlen und tagsüber weniger Wärme speichern. So wäre laut dem Empa der «Backofen» im Sommer entschärft.

Laut dem Empa würde auch eine Graslandschaft helfen – selbst wenn sie nicht dauernd bewässert und zu manchen Zeiten sogar austrocknen würde. Noch deutlicher würde das Ergebnis ausfallen, wenn auf dem Münsterhof Bäume stünden. Die gefühlte Temperatur würde auf weiten Teilen des Platzes um bis zu zwei Grad sinken. Zudem würden Bäume auch die vorherrschenden Windrichtungen auf dem Platz nachhaltig verändern.

Empa will Strategien aufzeigen

Das Team um Aytaç Kubilay vom «Laboratory of Multiscale Studies in Building Physics» der Empa erforscht Strategien, wie die kommenden Wärmeperioden in Städten erträglicher gemacht werden können. Nach den Modellrechnungen am Münsterhof wollen die Forscher ihr Simulationsprogramm weiter verfeinern, um Stadtplanern detaillierte Voraussagen zu ermöglichen.