Luft nach oben bei der Digitalisierung im Gesundheitsbereich

Im Schweizer Gesundheitssystem gibt es Aufholbedarf, was die Digitalisierung angeht. Eine Studie zeigt, dass Ärzte zwar über die Methoden Bescheid wissen, diese aber nur selten anwenden. 

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Schweizer Ärztinnen und Ärzte sind gemäss einer Studie vorsichtig, was die Digitalisierung betrifft.

Schweizer Ärztinnen und Ärzte sind gemäss einer Studie vorsichtig, was die Digitalisierung betrifft.  

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(agl) Insgesamt sei das Interesse für digitale Angebote bei der Bevölkerung grösser als das Interesse der Ärzteschaft, in solche Angebote zu investieren, schreibt der Ärzteverband FMH in seinem Digital Trends Survey, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Im Rahmen der Studie wurden 494 ambulant tätige Ärzte sowie 2432 Personen aus der Bevölkerung befragt. 

«Ein Grossteil der Ärzteschaft kennt zwar viele digitale Anwendungen, in der Praxis angeboten werden solche Dienstleistungen jedoch erst von einer Minderheit», heisst es in der Studie weiter. Viele Ärzte würden zudem Datenschutzprobleme fürchten. Während sich die befragten Ärztinnen und Ärzte vor allem für digitale Nachschlagewerke interessieren, wünscht sich die Bevölkerung gemäss der Studie insbesondere automatische Benachrichtigungen bei Arztterminen oder Wartezeiten. 

Auch bei Online-Terminvereinbarungen gehen die Meinungen auseinander. Aus Patientensicht sind diese gemäss der Umfrage sinnvoll, aus Ärztesicht nicht. Einig waren sich alle Befragten jedoch darin, dass Digitalisierung nicht überall Sinn macht: Anwendungen wie SMS, E-Mail oder Video-Chat würden keinen Mehrnutzen gegenüber einer telefonischen Kontaktaufnahme bringen. Ebenfalls keinen Nutzen sehen beide Seiten bei Apps zur Selbst-Triage.