Knast statt Manege: Direktor des Circus Royal muss ins Gefängnis

Gefängnis, Busse, Berufsverbot: Der ehemalige Direktor des Circus Royal wird in allen Punkten schuldig gesprochen. Er hat sich unter anderem der Misswirtschaft schuldig gemacht.

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Oliver Skreinig (links) auf dem Weg zu seinem Prozess.

Oliver Skreinig (links) auf dem Weg zu seinem Prozess.

Andrea Stalder

(mg/Larissa Flammer) Mit dem Schuldspruch des Bezirkgerichts Kreuzlingen nimmt das Theater um den Circus Royal ein vorläufiges Ende. Die Richter sprachen den einstigen Direktor Oliver Skreinig in allen Anklagepunkten schuldig. Der Staatsanwalt hatte Skreinig unter anderem Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung vorgeworfen.

Oliver Skreinig verwies in der Befragung mehrfach auf seinen mittlerweile verstorbenen Partner Peter Gasser. Dieser habe sich um die administrativen Geschäfte der Gesellschaften gekümmert. Skreinig habe ihm vertraut und selber keinen vollen Einblick in die finanziellen Angelegenheiten gehabt. Die Richter folgten aber der Argumentation des Staatsanwalts und verurteilten ihn zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten. 6 Monate davon unbedingt. Für die bedingte Freiheitsstrafe gilt eine Probezeit von vier Jahren.

«Nicht mehr im Bagatellbereich»

Zusätzlich muss er eine Geldstrafe zahlen: 180 Tagessätze à 30 Franken. Diese Strafe ist bedingt, bei einer Probezeit von vier Jahre. Zusätzlich erhält der Zirkusdirektor eine Busse über 400 Franken aufgebrummt. Ebenfalls verhängten die Richter ein Berufsverbot für vier Jahre. In dieser Zeit darf Skreinig nicht als Zirkusdirektor amten.

«Bei so vielen Schulden ist man nicht mehr im Bagatellbereich unterwegs», sagt der Richter. Mit einer Geldstrafe sei das nicht mehr getan. Auch, weil es nicht das erste Mal war. Weil keine spürbare Reue oder Einsicht bemerkbar sei, werde ein Teil der Freiheitsstrafe vollzogen. Skreinig hatte den Zirkus trotz vorheriger Konkurse weitergeführt. Anfang 2020 ging aber auch die neue Betreibergesellschaft in Konkurs.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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