«Der Tote war bei der guatemaltekischen Botschaft als vermisst gemeldet»: In Kirchberg aufgefundener Drogenkurier ist identifiziert – ein 35-jähriger Schweizer wurde verhaftet

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen führt eine Strafuntersuchung wegen eines Leichenfunds von Ende Dezember 2019 in Kirchberg. Nun konnte der Tote identifiziert und ein Mann im Zusammenhang mit dem Fall verhaftet werden.

Philipp Wolf
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Der in Kirchberg tot aufgefundene Drogenkurier ist identifiziert.

Der in Kirchberg tot aufgefundene Drogenkurier ist identifiziert.

Bild: Tobias Söldi

Der Tote, der Ende vergangenen Jahres in einem Plastiksack am Waldrand von Kirchberg entdeckt worden war, konnte identifiziert werden. Es handelt sich um einen 44-jährigen Guatemalteken, der sich als Tourist in der Schweiz aufhielt. Dies teilte die St.Galler Staatsanwaltschaft am Mittwoch in einer Medienmitteilung mit. Auf Anfrage präzisierte die Mediensprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft, Beatrice Giger, dass DNA seiner Verwandten zur zweifelsfreien Identifikation des Toten geführt hatte.

«Der Verstorbene war zuvor bei der guatemaltekischen Botschaft als vermisst gemeldet worden.»

Zu welchem Zeitpunkt der guatemaltekische Drogenkurier in die Schweiz eingereist war, gab sie mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht an. Ferner ist es den Strafverfolgungsbehörden laut der Medienmitteilung gelungen, einen Verdächtigen zu verhaften. Der 35-jährige geständige Schweizer hat sich unter anderem wegen Störung des Totenfriedens zu verantworten.

Darüber, was der 35-Jährige gestanden hat, gab Giger – wiederum mit Verweis auf das laufende Verfahren – keine Auskunft. Ebenso wenig dazu, in welchem Verhältnis der Schweizer zum Toten stand. Der Geständige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft; gemäss dem Strafgesetzbuch wird Störung des Totenfriedens mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldbusse bestraft.

Mehrere 100 Gramm Drogen im Körper

Die von der Staatsanwaltschaft St. Gallen geführte Untersuchung dauert nach wie vor an. Als Nächstes stünden unter anderem weitere Einvernahmen an, so Mediensprecherin Giger. Der verstorbene Drogenkurier war am 29. Dezember 2019 entdeckt worden, nachdem ein Fussgänger an einem Wiesenbord einen Plastiksack bemerkt hatte. Da ihm dies seltsam vorkam, alarmierte er die Polizei.

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(Bild: Tobias Söldi)

Die ausgerückten Polizisten stellten beim Öffnen des Sacks fest, dass sich darin ein unbekleideter toter Mann befand. Das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen fand bei der Obduktion im Körper des Guatemalteken insgesamt mehrere 100 Gramm in Fingerlingen verpackte Drogen. Die Untersuchungen ergaben, dass es im Körper des 44-Jährigen zu einem Darmdurchbruch gekommen war, welcher zum Tod des Mannes führte.

Äusserlich war der Leichnam unversehrt. Gewalteinwirkung auf den Körper des Mannes konnte keine festgestellt werden.

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