Grossangelegter Betrug bei Genfer Sans-Papier-Projekt aufgeflogen

Mit der «Operation Papyrus» wollte der Kanton Genf den Status von Papierlosen regularisieren. Nun wurden im Rahmen des Projekts offenbar Dutzende Dokumente gefälscht.

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Sans-Papiers leben illegal in der Schweiz, sind aber oft gut integriert und fordern immer wieder mehr Rechte.

Sans-Papiers leben illegal in der Schweiz, sind aber oft gut integriert und fordern immer wieder mehr Rechte.

Keystone

(wap) Ein Kosovare steht im Verdacht, in Genf Dutzenden von Landsleuten gegen Bezahlung gefälschte Urkunden beschafft zu haben. Dies berichtet am Dienstag die «Tribune de Genève». Brisant dabei: Die Urkundenfälschungen geschahen im Rahmen der «Operation Papyrus», die den Status von sogenannten Sans-Papiers regularisieren soll, das heisst von illegal in der Schweiz lebenden Migranten, die trotz fehlender Aufenthaltserlaubnis in das wirtschaftliche und soziale Leben integriert sind.

Die Genfer Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen und prüft nun, wie gross das Ausmass des Betrugs ist. Im Rahmen des Projektes wird im Rahmen einer Einzelfallprüfung abgeklärt, ob einzelnen Sans-Papiers, die finanziell unabhängig und seit mehreren Jahren gut integriert sind, eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann. Im März 2019 vermeldete der Kanton, dass bislang 1800 Personen ein positiver Bescheid gegeben wurde.