Gesundheitspersonal unterstützt Forderung nach einer Corona-Untersuchung

Der Bundesrat soll untersuchen, wie sich die Coronakrise auf das Gesundheitspersonal auswirkt. Nun stellen sich Berufsverbände und Gewerkschaften hinter die Forderung von Amnesty Schweiz.

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Medizinisches Fachpersonal behandelt einen Coronapatienten im Universitätsspital in Genf. (Symbolbild)

Medizinisches Fachpersonal behandelt einen Coronapatienten im Universitätsspital in Genf. (Symbolbild)

Martial Trezzini / Keystone

(gb.) Amnesty International Schweiz erhält gewichtige Unterstützung bei seiner Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Auswirkungen der Coronakrise auf das Gesundheitspersonals. Wie die Menschenrechtsorganisation am Montag mitteilte, haben der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) sowie die Gewerkschaften Unia und VPOD einen offenen Brief von Amnesty an den Bundesrat mitunterschrieben.

In dem offenen Brief fordert Amnesty Schweiz, dass der Bundesrat eine unabhängige Untersuchung in Auftrag gibt, welche die Auswirkungen der Pandemie auf das Gesundheitspersonal in der Schweiz aufzeigen soll. Die Angestellten im Gesundheitswesen hätten ihre Aufgabe mit grossem Einsatz und Flexibilität ausgeführt, heisst es in einer Mitteilung zum offenen Brief. «Dennoch liegen für die Schweiz bis heute keine genauen Daten über die Folgen der Pandemie für diese Berufsgruppen vor», kritisiert die Schweizer Sektion von Amnesty International.

Weltweit bis zu 3000 Tote im Gesundheitswesen

Mit den Erkenntnissen der Untersuchung soll laut Amnesty der Schutz des Personals ausgebaut werden, vor allem in Hinblick auf eine allfällige zweite Welle von Coronainfektionen. Man müsse wissen, wie viele Personen sich während ihrer Arbeit mit dem Virus angesteckt hätten und ob es zu Todesfällen gekommen sei.

Amnesty International forderte bereits Mitte Juli eine unabhängige Corona-Untersuchung. Dabei hatte die Menschenrechtsorganisation auf eine eigene Analyse verwiesen, wonach bis damals weltweit bereits über 3000 Personen, die im Gesundheitswesen beschäftigt waren, an den Folgen einer Infektion mit dem Virus gestorben seien. Am höchsten seien die Todeszahlen in den USA, Russland, Grossbritannien und Brasilien.