Eine Briefmarke klärt auf – und der Maikäfer soll den Kampf gegen Japankäfer erleichtern

Seit drei Jahren bedroht der Japankäfer die Schweiz. Nun verstärkt die Schweiz ihren Abwehrkampf. Eine Briefmarke soll auf die Bedrohung aufmerksam machen. Und die EU spricht Millionen für ein Forschungsprojekt.

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Dank Briefmarke sollen Herr und Frau Schweizer den Japankäfer besser erkennen. Die Popillia japonica breiten sich seit rund 100 Jahren aus.

Dank Briefmarke sollen Herr und Frau Schweizer den Japankäfer besser erkennen. Die Popillia japonica breiten sich seit rund 100 Jahren aus.

HO

(sat) Seit rund 100 Jahren breitet sich der Japankäfer in aller Welt aus. Vor gut drei Jahren ist er erstmals an der Schweizer Südgrenze entdeckt worden. Nun widmet die Schweizerische Post in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst dem Insekt eine Sonderbriefmarke. Die Marke ist seit dem 5. März erhältlich. Damit soll das Tierchen einer breiteren Bevölkerung bekannt gemacht werden. Dies soll im Rahmen des Internationalen Jahres der Pflanzengesundheit helfen, die weitere Ausbreitung des Japankäfers einzudämmen.

Gleichzeitig ist am Donnerstag bekannt geworden, dass Agroscope von der EU den Zuschlag für ein Forschungsprojekt erhält. Laut dem Agrar-Forschungsinstitut des Bundes erhält der Forscher 5,5 Millionen Euro aus dem EU-Fördertopf für ein auf vier Jahre ausgelegtes Projekt. Ziel des Forschungsprojekts sei es, herauszufinden, ob Pilze aus der bestehenden Sammlung von Agroscope auch den Japankäfer infizieren können.

Maikäfer-Bekämpfung kopieren

Erste Laborversuche hätten bereits Hinweise darauf gegeben. Solche Pilze würden seit Jahren bereits erfolgreich auch gegen die einheimischen Verwandten des Eindringlings verwendet, allen voran die Maikäfer. Laut Agroscope bedroht der Japankäfer nämlich als Engerling wie auch später die Europäische Landwirtschaft. Während Jungtiere vorab an Graswurzeln Schäden hinterlassen sind im ausgewachsenen Status vorab Reben, Beeren und Steinobst aber auch Mais und Soja.  

In dem von Agroscope geleiteten Projekt werden mehrere Forschungsgruppen aus der Schweiz als auch Forschende von zwölf weiteren Institutionen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Portugal zusammenarbeiten. Dass nebst Forschungsinstitute und Universitäten auch KMUs aus dem Biocontrol- und dem IT-Bereich mit an Bord seien solle sicherstellen, dass die Erkenntnisse der Forschung rasch in die Praxis umgesetzt werden könnten.