Bundesamt stellt positive Grundstimmung gegenüber Fahrenden fest

Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist gegenüber der Lebensweise der Fahrenden positiv eingestellt. Beträchtliche Unterschiede gibt es dagegen, wenn es um Standplätze geht. 

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Der Standplatz für Fahrende in Wileroltigen.

Der Standplatz für Fahrende in Wileroltigen.

Keystone

(mg) Dass die Meinungen bezüglich der fahrenden Lebensweise auseinandergehen, hat man erst eben bei der Abstimmung über einen Standplatz für Fahrende in Wileroltigen gesehen. Mit 53,5 Prozent nahm das Berner Stimmvolk den Kredit an, es gab aber innerhalb des Kantons grosse Unterschiede. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat sich nun in einer Publikation mit der «Einstellungen zur fahrenden Lebensweise» der Schweizer beschäftigt.

Ganz grundsätzlich kommt das BFS zum Schluss, dass die Einstellung zu den Fahrenden eher positiv als negativ ist. So finden etwa 56 Prozent der befragten Schweizer und Schweizerinnen, «dass die Schweiz mehr für Menschen mit fahrender Lebensweise tun sollte.» 63 Prozent der Bevölkerung sind gar der Ansicht, «dass die Kultur und Musik von Jenischen und Sinti eine Bereicherung für die Schweizer Kultur sind.»

Lieber ausserhalb der eigenen Gemeinde

Etwas gespaltener sehen die Resultate bei der Bereitstellung von Standplätzen für Fahrende aus. Zwar befürwortet eine Mehrheit, dass man Schweizer Fahrenden Plätze zur Verfügung stellt, Durchgangsplätze für ausländische Fahrende, wie in Wileroltigen, werden dagegen eher abgelehnt. 

Ebenfalls stellte das BFS fest, dass «wenn die Bevölkerung vor die Wahl gestellt wird», sie «die Einrichtung eines Platzes ausserhalb der eigenen Gemeinde» vorzieht. So befürworten 71 Prozent der Bevölkerung Standplätze für Schweizer Fahrende in einem anderen Kanton, in der eigenen Gemeinde befürworten dies nur noch 60 Prozent.