Alkohol-Testkäufe: Ein Fünftel der Minderjährigen erhielt Bier und Spirituosen

2019 sind minderjährige Testkäufer jedes fünfte Mal illegal an Alkohol gelangt. Obwohl dieser Anteil gegenüber früheren Jahren zurückgegangen ist, bleibt aus Sicht der Stiftung Sucht Schweiz viel zu tun.

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Bei Testkäufen ist jeder fünfte Minderjährige illegal an Alkohol gekommen. Gegenüber den Vorjahren hat sich die Situation jedoch verbessert.

Bei Testkäufen ist jeder fünfte Minderjährige illegal an Alkohol gekommen. Gegenüber den Vorjahren hat sich die Situation jedoch verbessert.

Florian Arnold

(agl) Letztes Jahr wurden in der Schweiz gesamthaft 6534 Alkoholtestkäufe vorgenommen. In knapp 82 Prozent der Fälle hat das Verkaufspersonal die Ausweise der Jugendlichen kontrolliert, rund ein Fünftel der Testkäufer hat illegal Alkohol bekommen, wie Sucht Schweiz am Mittwoch mitteilte. In einigen Fällen wurde Alkohol verkauft, obwohl die Person ihren Ausweis vorgewiesen hatte.

Je nach Verkaufsort gibt es jedoch grosse Unterschiede, wie die Auswertung der Stiftung zeigt. Am besten haben mit 10 Prozent illegalen Verkäufen die Tankstellenshops abgeschnitten. Die meisten Verkäufe gab es derweil in Bars, Pubs und Festwirtschaften, wo 30 Prozent der Testkäufer Alkohol erhielten.

Insgesamt gab es bei den illegalen Verkäufen seit 2016 einen Rückgang von über 10 Prozentpunkten. Dennoch sei die Anzahl weiterhin sehr hoch, schreibt Sucht Schweiz weiter. Neben flächendeckenden Schulungen für das Verkaufspersonal brauche es auch technische Hilfsmittel wie farbige Armbänder oder Scanner, die die Identitätskarte ablesen können. «Doch auch mit diesen Massnahmen kann keinesfalls dem Verkaufspersonal die alleinige Verantwortung für einen illegalen Verkauf angelastet werden», so Sucht Schweiz. Die Mitverantwortung des Unternehmens müsse im Alkoholgesetz verankert werden.