Zverev über Weltrangliste
«Ich bin der grösste Fan von Roger Federer, aber das System ist ein Desaster»

Nach fast 16 Jahren taucht in den ersten zwei Weltranglisten-Positionen des Männer-Tennis ein neuer Name auf. Alexander Zverev kann mit der neuen Berechnungsgrundlage aber nichts anfangen.

Gabriel Vilares
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Die Weltrangliste im Männer-Tennis präsentiert sich am Montag in einer Konstellation, wie es sie letztmals vor fast 16 Jahren gab. Seit Juli 2005 werden die ersten beiden Plätze im ATP-Ranking von einem der «Big Four» belegt. Zu denen gehört Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray. Der Russe Daniil Medwedew wird nach seinem Sieg beim Turnier in Marseille auf dem zweiten Platz der Weltrangliste geführt. Der Finalist der Australian Open verdrängt damit Rafael Nadal.

Djokovic führt im Ranking mit einem Vorsprung von 2068 Punkten vor dem 25-jährigen Russen. Nur 270 Punkte hinter Medwedew folgt Rafael Nadal. Roger Federer folgt auf dem sechsten Platz und weist auf den Weltranglisten-Ersten bereits einen Rückstand von 5633 Zählern auf. Federer, der erst vergangene Woche nach 14 Monaten sein Comeback in Doha feiern konnte, liegt also nach wie vor in den Top 10. Wie ist das möglich?

Federer profitiert vom neuen Berechnungsmodus

Der 20-fache Grand-Slam-Sieger profitiert von einem neuen und komplizierten Berechnungsmodus der ATP. Zwischen dem 16. März und dem 3. August 2020 wird das ATP-Ranking wegen der Corona-Pandemie eingefroren. Deswegen werden Turniere zwischen dem 4. März und dem 9. August 2019 mit 50 Prozent der gesammelten Punkte ins aktuelle Ranking übernommen. Federer erhält beispielsweise von seinem Sieg beim ATP-Turnier in Miami 2019 500 Punkte auf sein Konto. Das Punktekonto kann steigen, aber nicht schrumpfen. Ab 16. August soll dann wieder die ursprüngliche Regel in Kraft treten. In dieser werden die Ergebnisse der vergangenen 52 Wochen für die Weltrangliste berücksichtigt.

Einer der für das neue Ranking kein Verständnis aufbringen kann, ist Alexander Zverev. Der 23-jährige Deutsche beschwert sich vor seinem Auftaktspiel im mexikanischen Acapulco darüber: «Ich bin der grösste Fan von Roger Federer, aber er hat ein Jahr lang nicht gespielt und steht in der Weltrangliste vor mir. Ich habe ein Grand-Slam-Endspiel und ein Final eines Masters-1000-Turniers erreicht. Das System ist ein Desaster.»

Die neue Berechnungsgrundlage für die Weltrangliste kann Alexander Zverev nicht nachvollziehen. Der Deutsche hält es für ein Desaster.

Die neue Berechnungsgrundlage für die Weltrangliste kann Alexander Zverev nicht nachvollziehen. Der Deutsche hält es für ein Desaster.

Keystone

Teichmann in den Top 50

Eine Premiere gibts für Jil Teichmann. Nach dem Halbfinal-Einzug beim Turnier in Dubai ist die 23-Jährige erstmals in den Top 50 des WTA-Rankings zu finden. Teichmann verbessert sich von Rang 54 auf den 41. Platz. Auf dem 12. Platz bleibt Belinda Bencic die beste Schweizerin.

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