Wengen

Kehrtwende am Lauberhorn: Rennen abgesagt, was steckt dahinter?

Dieser Ski-Schock sitzt tief: Die Rennen am Lauberhorn werden 2021 definitiv nicht durchgeführt. Die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern und Swiss Ski nehmen Stellung.

Gina Kern
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In Wengen wird wieder abgebaut, es finden keine Rennen statt.

In Wengen wird wieder abgebaut, es finden keine Rennen statt.

Keystone

Die Meldung der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern ist kurz und prägnant: Der Kanton Bern sagt in Absprache mit den Beteiligten die diesjährigen Lauberhornrennen in Wengen ab. Die Situation in Wengen mit weiterhin stark zunehmenden Ansteckungen mit dem Coronavirus hätten den Standortkanton veranlasst, auf den am erst Sonntag bekanntgegebenen Entscheid zur Durchführung der Lauberhornrennen zurück zu kommen.

Die Skirennen 2021 in Wengen werden also definitiv nicht durchgeführt!

Sind in der Nacht die Fälle explodiert? «Nein», sagt der Kommunikationschef der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern, Gundekar Giebel.

«Wir hatten nur neun Fälle mehr als am Vortag. Doch diese Fälle sind sehr nah im Organisationsumfeld. Und diese Personen hatten Kontakt mit weiteren Personen. Die Pandemie entwickelt eine unberechenbare Dynamik.»

Man gehe von der britischen Variante des Virus aus, so Giebel weiter. Die geplante «Weltcup-Tross-Bubble» sei nicht mehr gewährleistet gewesen. Man stelle sich vor, ein Team hätte sich infiziert, der gesamte Weltcup-Plan wäre wegen der Quarantäne zusammengefallen. Und die WM in Cortina im Februar nicht mehr durchführbar.

Die Absage erfolgte am Montag nach Mittag

Der Kanton habe am Montag nach Mittag die definitive Absage entschieden, so Swiss-Ski-Geschäftsführer Bernhard Aregger. «Ich bedaure die Absage extrem. Die Athleten sind in top Form, die gesamte Infrastruktur muss nun abgebaut werden. Wir müssen nun nach vorne schauen, das haben wir in den letzten zehn Monaten gelernt», so der Luzerner, der vor seinem Wechsel zu Swiss Ski bei der Polizei gearbeitet hat. Als ehemaliger Polizei-Chef Einsatz und Planung ist Aregger der richtige Mann in dieser schwierigen Situation. Er sagt:

«Das OK, Swiss Ski, die FIS und alle Beteiligten haben in den letzten Monaten sehr viel in Covid-Massnahmen investiert.»

Eine Massnahme wäre gewesen, dass der gesamte Weltcup-Tross täglich getestet werde. «Ob dies zielführend gewesen wäre, weiss ich auch nicht», so Aregger. Die Absage der Rennen treffe alle hart. Sportlich gesehen sei es aber wichtig, dass die Rennen nachgeholt werden, so Aregger weiter. Die Wengener Rennen werden nach Kitzbühel (AUT) verschoben.

Das neue Programm für Kitzbühel:

• Samstag, 16.1.2021   Weltcup Slalom (Wengen)

• Sonntag, 17.1.2021     Hahnenkamm-Slalom

• Freitag 22.1.2021       Weltcup Abfahrt (Wengen)

• Samstag, 23.1.2021   Hahnenkamm-Abfahrt

• Sonntag, 24.1.2021 Hahnenkamm-Super-G

Nun muss in Wengen alles abgebaut werden. Wie der finanzielle Verlust aufgeteilt wird, sei noch offen. «Wir müssen uns zeitnah zusammensetzen und die finanzielle Sicht beurteilen», so der Geschäftsführer von Swiss Ski, Bernhard Aregger.

Noch am Sonntag hatte der Internationale Skiverband FIS nach Absprache mit den Behörden in Bern grünes Licht für die Anreise gegeben. Die Mannschaften wurden bereits am Montagvormittag angewiesen, wegen der verschlechterten Lage nicht nach Wengen zu reisen.

Swiss Ski twitterte:

Am Lauberhorn hätten am Freitag und am Samstag je eine Abfahrt und am Sonntag dann ein Slalom stattfinden sollen.