Ski Freestyle
Ragettli verpasst die Slopestyle-Medaille: «Ich bin stolz auf mich. Aber der vierte Platz kratzt mich extrem»

Die Schweizer Slopestyler reisen ohne Olympia-Medaille nach Hause. Andri Ragettli muss sich mit Rang vier begnügen, Fabian Bösch wird Sechster. Gold und Silber gehen in die USA.

Simon Wespi
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Hatte sich mehr von Peking 2022 erhofft: Der Schweizer Andri Ragettli bei seinem Olympia-Run in China. Am Ende blieb dem Bündner Rang vier.

Hatte sich mehr von Peking 2022 erhofft: Der Schweizer Andri Ragettli bei seinem Olympia-Run in China. Am Ende blieb dem Bündner Rang vier.

Keystone

Andri Ragettli hat die angestrebte Medaille im Slopestyle verpasst. Die Ernüchterung nach dem letzten Run war riesengross. Der Bündner landete auf dem undankbaren vierten Platz. «Es ist so knapp. Es ist hart. Ich habe mein Bestes gegeben. Ich habe hart dafür gearbeitet», sagte ein sichtlich enttäuschter Ragettli nach dem Wettkampf gegenüber SRF.

Der 23-Jährige musste in seinem letzten Run nochmals alles riskieren. Denn die Konkurrenz hatte vorgelegt. Doch nach einem starken zweiten Run misslang dem Flimser der dritte Lauf. Am Ende verpasste der Qualifikationsbeste Bronze um weniger als zwei Punkte (83.50).

Der Kampf zurück in den Weltcup

Normalerweise bereitet sich Ragettli vier Monate auf den Schnee auf die Saison vor. Nicht so in diesem Winter. Gerade mal sechs Wochen konnte er trainieren. Im März des letzten Jahres stürzte er an der WM im Big Air und zog sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Drei Tage zuvor war Ragettli Weltmeister im Slopestyle geworden.

Die Rehabilitation dauerte länger als angenommen. Andri Ragettli musste sich gedulden. Erst Mitte Januar gab er sein Comeback im Weltcup – und siegte sogleich. Eine Woche später gewann er dann an den X-Games Gold, ebenfalls im Slopestyle. Nun ist die erhoffte Krönung ausgeblieben.

«Als ich mich im letzten Jahr verletzte, wusste ich nicht, ob ich hier dabei sein kann. Ich bin stolz auf mich. Aber der vierte Platz kratzt mich extrem», sagt Andri Ragettli am Mittwoch. Doch der Bündner gibt sich auch im Tal der Tränen kämpferisch und blickt bereits nach vorne:

«Wer mich kennt, der weiss, so was macht mich stärker. Ich fahre nach Hause und trainiere für die nächsten Olympischen Spiele.»
Ein enttäuschter Andri Ragettli nach seinem vierten Schlussrang bei den olympischen Spielen in Peking.

Ein enttäuschter Andri Ragettli nach seinem vierten Schlussrang bei den olympischen Spielen in Peking.

Keystone

Der zweite Schweizer im Slopestyle-Final in Peking, Fabian Bösch, beendet den Wettkampf auf Rang sechs und holt sich damit ein olympisches Diplom. Kim Gubser trat nach einer Oberschenkelverletzung, die er sich gestern in der Qualifikation zuzog, nicht zum Final an.

Doppelsieg für die USA

Einen Doppelsieg feiern im Slopestyle derweil die Amerikaner. Mit 90.01 Punkten sichert sich Alexander Hall (USA) Gold. Der 23-Jährige ist allerdings in der Schweiz aufgewachsen. Silber schnappt sich sein 27-jähriger Landmann Nicholas Goepper (86.48). Die Bronzemedaille geht mit Jesper Tjader (85.35) nach Schweden.