Pferdesport
Schweiz stoppt alle Reitsport-Turniere aufgrund des gefährlichen Herpes-Virus

Anfang Februar wurden in Valencia Ausbrüche des gefährlichen Herpes-Virus bekannt. Nun hat der Schweizerische Verband für Pferdesport SVPS einen Turnierstopp bis Ende März beschlossen.

Gina Kern
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Die Schweiz stoppt sämtliche Turniere in der Schweiz. (Symbolbild)

Die Schweiz stoppt sämtliche Turniere in der Schweiz. (Symbolbild)

Keystone

Anfang Februar tauchten beim internationalen Springturnier im spanischen Valencia vereinzelt Fieberfälle auf. Ende Monat erkrankten immer mehr Tiere an Fieber, das gefährlichen Herpes-Virus EHV1 wurde identifiziert. Ein Virus, das neurologische Störungen verursachen kann und zum Tod des Tieres führen kann. Die Bilder der toten Pferde, die mit dem Kran abgeführt wurden, machten die Runde. Gegen hundert Pferde wurden vor Ort isoliert. Mittlerweile sind mindestens zehn Todesfälle von Pferden bekannt.

Schweizer Pferdesportverband beruft Task-Force ein

Am vergangenen Freitagabend besprach eine Task-Force des Pferdesportverbandes, wie es nach dem dramatischen Ausbruch des Herpes-Virus in Valencia und den daraus resultierenden Infektionsfällen in der Schweiz, mit dem Turniersport weitergehen soll. In der Schweiz befinden sich laut der Task-Force in zwei Schweizer Ställen kranke Pferde. Ein betroffener Stall im Kanton Zug und einer im Kanton Waadt. Ein Pferd befindet sich im Tierspital Zürich in Behandlung. Alle betroffenen Pferde – dies seien weniger als zehn – befänden sich in Isolation, schreibt der SVPS am Montagabend in einer Mitteilung.

Ein deutscher Springreiter mit seinem Pferd im Stallzelt von Valencia. Das Tier zeigte neurologische Störungen und musste zum Stehen unterstützt werden. Das Tier überlebte die Folgen des Virus leider nicht.

Ein deutscher Springreiter mit seinem Pferd im Stallzelt von Valencia. Das Tier zeigte neurologische Störungen und musste zum Stehen unterstützt werden. Das Tier überlebte die Folgen des Virus leider nicht.

Acp Andreas Pantel

Keine nationalen Turniere bis Ende März

Der Weltreiterverband FEI reagiert bereits am 1. März und sagte alle Turniere in zehn verschiedenen Ländern ab. In Deutschland sind sämtliche Zusammenzüge - auch Kadertrainings - bis Ende März verboten. Nun zieht die Schweiz also nach und verbietet die nationalen Veranstaltungen bis zum 28. März. So soll das Ansteckungsrisiko reduziert werden. Die Durchführung von Kadertrainings bleibe in der Schweiz weiterhin erlaubt, da die teilnehmenden Athletinnen und Athleten samt ihren Pferden bekannt sind und die Teilnehmerzahl überschaubar sei, schreibt die Task-Force. Es seien zudem in jeder Disziplin individuelle Schutzkonzepte vorhanden und es werde an jedem Training ein Tierarzt auf dem Platz sein, um die anwesenden Pferde zu kontrollieren.

Virus verschleppt sich auf andere Turniere

Auch das Internationale Springturnier von Vejer de la Frontera (ESP) wurde wegen zwei kranken Pferden vorzeitig abgebrochen. Die beiden Tiere zeigten neurologische Auffälligkeiten, die auf eine EHV-1-Infektion hinweisen könnten. Ein weiterer Fall wurde aus Florida vermeldet.

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