Fussball-Kuriosum
Champions League in St. Gallen, Basel oder Luzern? Wie das schon nächste Saison möglich sein kann

Der FC Zürich muss sein Europacup-Abenteuer wohl auf fremden Terrain bestreiten. Leichtathletik und Konzerte machen dem neuen Fussballmeister einen Strich durch die Rechnung. Auch GC bangt.

Simon Wespi
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Die Konzertbühne von Metallica im Stadion Letzigrund.

Die Konzertbühne von Metallica im Stadion Letzigrund.

Keystone

Der FC Zürich ist Schweizer Fussballmeister. Nach dem Sieg in Basel am 1. Mai gibts daran nichts mehr zu rütteln. Seither nahmen die Feierlichkeiten in Zürich ihren Lauf. Am Sonntag kommender Woche, beim Heimspiel gegen Luzern, werden die Meisterhelden dann endlich auch den langersehnten Pokal in die Höhe stemmen können. Mit einer Meister-Party im Letzigrund wird die herausragende Saison der Zürcher enden.

Alles Friede, Freude, Eierkuchen also? Nein. Während die Spieler und die Fans aus dem Feiern kaum herauskommen, plant der umtriebige Präsident des FCZ bereits die nächste Saison. Dabei droht Ancillo Canepa jedoch Ungemach. Der FC Zürich wird mit grosser Wahrscheinlichkeit nämlich auch europäisch mitspielen. Ob in der Champions League, Europa League oder Conference League ist noch offen.

Präsident Ancillo Canepa und der FC Zürich müssen flexibel bleiben.

Präsident Ancillo Canepa und der FC Zürich müssen flexibel bleiben.

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Klar scheint hingegen jetzt schon: Der FC Zürich wird seine europäischen Spiele nicht im Letzigrund austragen können. Nicht das erste Mal machen nämlich das Leichtathletik Meeting Weltklasse Zürich und verschiedene Konzerte dem Europacup-Abenteuer des FCZ einen Strich durch die Rechnung.

Das Letzigrund-Stadion ist an mehreren Daten der Europacup-Gruppenphase im Herbst nämlich bereits ausgebucht. So findet während dem ersten Spieltag vom 6. bis 8. September Weltklasse Zürich statt. Die Woche darauf, am zweiten Spieltag vom 13. bis 15. September, gibt Ed Sheeran ein Doppelkonzert. Auch ein Auftritt der Toten Hosen (17. Juli) könnte dem FCZ in die Quere kommen. Wenige Tage später findet nämlich ein allfälliges Hinspiel in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation statt.

«Das ist ehrlich gesagt, sehr, sehr ärgerlich», nervt sich FCZ-Präsident Ancillo Canepa im «Blue»-Interview. Laut Regeln der Uefa müssen alle Heimspiele der Gruppenphase in derselben Spielstätte stattfinden. «Wenn wir also irgendein Gruppenspiel in einem anderen Stadion spielen müssen, müssen wir alle Spiele dort austragen», so Caneppa. Den Zürchern droht somit eine Europäische Kampagne auf fremdem Terrain. Als Orte für die FCZ-«Heimspiele» kommen St. Gallen, Basel oder Luzern in Frage.

Auch die Grasshoppers müssen weichen

Seit Jahren im Exil spielen die Grasshoppers. Nach dem Abbruch des Hartturms 2008 trägt der Rekordmeister seine Heimspiele im Letzigrund von Stadtrivale FCZ aus. Eines der wichtigsten Spiele der näheren Zukunft könnte am 29. Mai steigen. Dann steht das Barrage-Rückspiel auf dem Programm.

Das Letzigrundstadion bei Aufbauarbeiten für ein Konzert.

Das Letzigrundstadion bei Aufbauarbeiten für ein Konzert.

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Noch in der Winterpause hatte GC elf Punkte Vorsprung auf den Barrage-Platz, der Abstieg war kein Thema. Zwei Spieltag vor Schluss ist die Ausgangslage eine andere. Die Hoppers haben nur noch einen Punkt Vorsprung auf den FC Luzern. Die Zentralschweizer sind derzeit das Team der Stunde. Aus den letzten drei Partien resultierten neun Punkte. Anders die Gefühlslage in Zürich. Die Grasshoppers sind im freien Fall. Zwar ergatterte GC in Basel einen Punkt, doch den Zürchern droht die Barrage.

Doch nicht genug. Nun droht auch den Hoppers Ungemach wegen des Terminkalenders des Letzigrund. Falls GC tatsächlich in der Barrage um den Ligaerhalt kämpfen muss, so können sie dies nicht in ihrer Heimstätte tun. Denn am 30. und 31. Mai stehen ebenfalls zwei Konzerte der Band Rammstein an. Die Tage davor ist das «Letzi» für Aufbauarbeiten besetzt.

Bei den Grasshoppers sei man sich der Problematik bewusst, sagte Mediensprecher Gianluca de Cristofaro gegenüber «Blue». Man sei auf der Suche nach einer Alternative. Nicht in Frage kommt, dass man beide Partien im Stadion des Gegners austragen wolle. Als alternative im Rennen sind St. Gallen und Luzern. Gut möglich, dass ein allfälliges Barrage-Rückspiel in Luzern ausgetragen wird. Ob mit GC oder dem FC Luzern wird sich zeigen.

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