Champions League
Gladbach ist gegen Manchester City chancenlos – Atalanta verliert nach Freuler-Rot gegen Real Madrid

Manchester City dominiert Borussia Mönchengladbach im Achtelfinal der Champions League 2:0, Gladbach hat mit dem Ball Mühe. Derweil sieht Remo Freuler mit Atalanta gegen Real Madrid die rote Karte und verliert mit 0:1.

Sportredaktion
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Borussia Mönchengladbach - Manchester City 0:2 (0:1)

Manchester City's Kyle Walker (links) ist Denis Zakaria überlegen.

Manchester City's Kyle Walker (links) ist Denis Zakaria überlegen.

AP

Der Trainer ist schuld. Natürlich ist Marco Rose bei den Fans untendurch. Auch in der zweiten Partie seit Bekanntgabe seines Wechsels im Sommer zu Dortmund verliert Borussia Mönchengladbach. Im «Heimspiel» in Budapest ist Manchester City eine zu hohe Hürde und gewinnt hochverdient mit 2:0.

Gleich nach Abpfiff beginnen wieder die Diskussionen um Trainer Rose. Doch die Taktik, die er gegen den Dominator der Premier League wählt, sie macht durchaus Sinn. Gladbach will den «Skyblues» den Ball überlassen, zieht sich selber in die eigene Platzhälfte zurück, macht das Zentrum mit drei Sechsern dicht. Die Idee: Schnelles Umschaltspiel.

Da hapert es aber. Mit dem Ball sind die Gladbacher zu fehleranfällig. Und City zeigt, warum sie in dieser Saison pro Partie nur ein halbes Tor kassieren. Die Engländer erobern die Bälle hoch, der Weg zum Tor ist nicht mehr weit. So passiert das 0:1 nach einer halben Stunde. Balleroberung, João Cancelo mit der Flanke, Bernardo Silva köpfelt ein. Nico Elvedi und Ramy Bensebaini sind zu weit weg. Beim zweiten Treffer nach 65 Minuten, ist es wieder eine Flanke von Cancelo, diesmal legt Silva ab und Gabriel Jesus schiebt ein.

Das Weiterkommen in der Königsklasse scheint für die Borussia nun utopisch. Jetzt geht es um den Ruf des Trainers.

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Tore: 29. Bernardo Silva 0:1. 65. Gabriel Jesus 0:2.

Atalanta Bergamo - Real Madrid 0:1 (0:0)

Remo Freuler holt mit einer Notbremse Ferland Mendy (vorne) von den Beinen und sieht die Rote Karte

Remo Freuler holt mit einer Notbremse Ferland Mendy (vorne) von den Beinen und sieht die Rote Karte

Keystone

Remo Freuler hatte sich unglaublich auf dieses Spiel gefreut. Und in einem Interview im Vorfeld gesagt: «Dass wir gegen Real spielen können, ist eine traumhafte Konstellation.» Doch aus dieser sollte schon nach einer Viertelstunde eine alptraumhafte werden. Bei einem Laufduell mit Ferland Mendy brachte der Schweizer Internationale den Franzosen kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall. Weil sich das Pärchen aber ziemlich weit entfernt von anderen Bergamo-Spielern befand, befand Schiedsrichter Tobias Stieler, Freuler habe mit seiner Aktion eine klare Torchance vereitelt und schickte den Sünder unter den Augen von Landsmann Sandro Schärer, dem Vierten Offiziellen, vom Feld. Ein rabenschwarzer Abend für den 28-jährigen Zürcher Oberländer, der sich bei Bergamo unentbehrlich gemacht hatte und ein unumstrittener Stammspieler ist. Damit wird Freuler auch das Rückspiel am 16. März in Madrid verpassen.

Damit nicht genug der Unbill: Nur eine Viertelstunde später musste auch Teamkollege Duvan Zapata den Platz verlassen. Allerdings nicht wegen einer nächsten Roten Karte. Der 13-fache Saisontorschütze aus Kolumbien hatte sich verletzt und wurde durch den Aufbauer Mario Pasalic ersetzt.

So war es den Italienern nicht zu verübeln, dass sie sich in der Folge ganz auf die Defensive konzentrierten. Und wohl froh waren, dass bei den Königlichen der verletzte Karim Benzema fehlte. Was die drei Real-Stürmer Asensio, Isco und Vinicius Junior zu bieten hatten, war nämlich bescheiden. Ein paar wenige Torchancen hatten die Spanier zwar schon und fast immer den Ball, doch zu einem Tor gegen den während 73 Minuten dezimierten Gegner sollte es lange Zeit nicht reichen. Erst als Mendy – ja, der Mann, den Freuler gefoult hatte – sich ein Herz fasste und aus der Distanz abzog, zappelte die Kugel im Netz. Mit seinem Tor in der 86. Minute hatte er Real doch noch zu einer vorzüglichen Ausgangslage vor dem Rückspiel verholfen. Für Freuler dagegen wurde der Abend noch bitterer.

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Tor: 86. Mendy 0:1.

Bemerkung: 17. Platzverweis Freuler (Notbremse).

Atlético Madrid - Chelsea 0:1 (0:0)

Olivier Giroud erzielt mit einem Fallrückzieher das Siegtor für Chelsea.

Olivier Giroud erzielt mit einem Fallrückzieher das Siegtor für Chelsea.

Keystone

Vielleicht haben die guten Erinnerungen an englischen Boden Atlético Madrid dazu verleitet, den Fokus ganz auf das Rückspiel am 17. März an der Stamford Bridge zu legen. Vor einem Jahr nämlich besiegten die Madrilenen an Anfield den FC Liverpool in der Verlängerung mit 3:2 und zogen in den Viertelfinal der Champions League ein. In ihrem Bukarester Asyl, wohin das Heimspiel gegen den FC Chelsea wegen der Pandemie verlegt worden war, traten die Colchoneros jedenfalls wie ein Auswärtsteam auf, überliessen den Engländern den Ball und es schien, als wollten sie sich einem 0:0 entgegenigeln. Wo war der Offensivgeist geblieben, mit dem Atlético sich in der Liga so überzeugend an die Tabellenspitze geschossen hatte?

Doch die Rechnung ging nicht auf. Zwar liessen die Spanier kaum Torchancen zu, aber zwanzig Minuten vor dem Ende wurden sie dann für ihre unsägliche Passivität doch bestraft, als Olivier Giroud mit einem fantastischen Fallrückzieher der Siegtreffer gelang.

Offside! So dachten alle und zuerst auch Schiedsrichter Felix Brych; doch der VAR stellte fest, dass der Ball von einem Spanier zum Franzosen gekommen und das Tor somit korrekt war. In der Folge vermochte Atlético, bei dem Starstürmer Luis Suarez völlig vom Team abgeschnitten war, nicht mehr zu reagieren.

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Tor: 68. Giroud 0:1.

Bemerkungen: Mount und Jorginho (beide Chelsea) verwarnt und im Rückspiel gesperrt.

Lazio - Bayern 1:4 (0:3)

Robert Lewandowski umkurvt Lazio-Goalie Pepe Reina und schiebt zum 1:0 ein.

Robert Lewandowski umkurvt Lazio-Goalie Pepe Reina und schiebt zum 1:0 ein.

AP

(sid) Ein bärenstarker FC Bayern München hat bei seinem erneuten Angriff auf Europas Fußball-Thron ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Nach einem kleinen Liga-Tief gewann der Titelverteidiger sein Achtelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom souverän mit 4:1 (3:0) und führte seine beeindruckende Erfolgsserie in der Champions League trotz aller Probleme fort. Der Klub-Weltmeister kann nach dieser Machtdemonstration schon vor dem Rückspiel am 17. März mit dem Viertelfinale planen.

Die Münchner, die zuletzt in der Bundesliga zweimal sieglos geblieben waren, gingen im Stadio Olimpico bereits in der 9. Minute durch Torjäger Robert Lewandowski in Führung. Der erst 17-Jährige Jamal Musiala mit einem Rekordtreffer (24.) und Leroy Sane (42.) sorgten schon vor der Pause für die Entscheidung. Dazu kam nach dem Wechsel ein Eigentor durch Francesco Acerbi (46.). Lazio konnte durch Joaquin Correa (49.) nur verkürzen. Damit sind die Bayern seit 19 Spielen (18 Siege) und knapp zwei Jahren in der Königsklasse ungeschlagen.

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Tore: 9. Lewandowski 0:1 24. Musiala 0:2 42. Sané 0:3 46. Acerbi (Eigentor) 0:4 49. Correa 1:4

Bemerkungen: keine

Sevilla – Dortmund 2:3 (1:3)

Dortmund's Superstar Erling Haaland feiert seine zwei Tore gegen Sevilla.

Dortmund's Superstar Erling Haaland feiert seine zwei Tore gegen Sevilla.

EPA

(sid) Das eiskalte Champions-League-Phänomen Erling Haaland hat Borussia Dortmund einen wärmenden Sieg für die Seele geschenkt. Der norwegische Topstar führte den BVB inmitten des Wirbels um Marco Rose beim FC Sevilla zu einem befreienden 3:2 - seine Treffer Nummer 17 und 18 im erst 13. Spiel in der Königsklasse öffneten dem BVB das Tor zum Viertelfinale sperrangelweit.

Spätestens bei Haalands zweitem Volltreffer (43.) atmete auch der Dortmunder Übergangstrainer Edin Terzic auf. Der 38-Jährige stand bei seinem Europapokaldebüt im Achtelfinal-Hinspiel enorm unter Druck und kann nun in der Revierderby-Woche in Ruhe weiterarbeiten. Haaland hatte seine sensationelle Torquote bereits 16 Minuten zuvor aufgebessert, indem er einen selbst eingeleiteten Angriff nach Doppelpass mit Jadon Sancho willensstark abschloss. Mahmoud Dahoud (19.) hatte die frühe Führung der Gastgeber durch Suso (7.) mit einem Schlenzer sehenswert ausgeglichen. Der Ex-Gladbacher Luuk de Jong (84.) verkürzte in der Schlussphase.

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Tore: 7. Suso 1:0 19. Haaland 1:1 27. Haaland 1:2 43. Dahoud 1:3 84. De Jong

Bemerkungen: keine

Porto – Juventus Turin 2:1 (1:0)

Cristiano Ronaldo fiel gegen Porto mehr durch Hadern denn durch gefährliche Abschlüsse auf.

Cristiano Ronaldo fiel gegen Porto mehr durch Hadern denn durch gefährliche Abschlüsse auf.

EPA

Zweimal gepennt, aber doch noch aufgewacht: Superstar Cristiano Ronaldo darf mit Juventus Turin trotz Blitz-Gegentoren zu Beginn jeder Halbzeit noch auf das Viertelfinale in der Champions League hoffen. In seiner portugiesischen Heimat kassierte der fünfmalige Weltfussballer mit Italiens Serienmeister im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Porto ein 1:2 (0:1), Federico Chiesa (82.) gelang spät das immens wichtige Auswärtstor.

Juventus reicht damit im Rückspiel ein 1:0 zum Weiterkommen. Dabei sah es lange gar nicht gut aus für die uninspirierten Bianconeri: Mehdi Taremi brachte die Hausherren nach 63 Sekunden in Führung. Nach dem Seitenwechsel rollte der Ball gar nur 19 Sekunden, ehe Moussa Marega erhöhte. Im Estadio do Dragao erwischte die Alte Dame, die in der Serie A nach neun Meisterschaften in Folge ihre Leichtigkeit verloren hat, einen klassischen Fehlstart. Torhüter Wojciech Szczesny spielte kurz zu Rodrigo Bentancur, der 23-jährige Uruguayer geriet unter Druck und patzte beim Rückpass auf den Polen - Taremi war wachsam und traf zur frühen Führung für Porto. Juventus fiel nicht viel ein, der 134-malige Champions-League-Torschütze Ronaldo fand kaum statt. Die einzige nennenswerte Chance vor der Pause hatte die Mannschaft des Trainer-Novizen Andrea Pirlo in der 41. Minute durch einen Fallrückzieher von Adrien Rabiot.

Der Halbzeitpfiff brach jeglichen aufkommenden Rhythmus bei den Italienern. Nach dem Wiederanstoss liess Juventus die Gastgeber gleich wieder kombinieren, aus wenigen Metern kam Marega frei zum Abschluss. Turin hatte in der Folge deutlich mehr Ballbesitz, es fehlten aber lange die Ideen. Die Rückspiele finden am 9. März statt.

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Tore: 1. Taremi 1:0 46. Marega 2:0 82. Chiesa 1:2

Bemerkungen: keine

Barcelona - Paris 1:4 (1:1)

Kylian Mbappé war mit seinem Hattrick der Matchwinner für PSG.

Kylian Mbappé war mit seinem Hattrick der Matchwinner für PSG.

AP

(sid) Superstar Lionel Messi droht mit dem FC Barcelona das früheste Aus in der Champions League seit 14 Jahren. Im Gigantenduell gegen den Vorjahresfinalisten Paris St. Germain mit dem überragenden Dreifachtorschützen Kylian Mbappe unterlag der spanische Topklub im Achtelfinal-Hinspiel mit 1:4 (1:1). Zuletzt war Barca 2007 schon in der Runde der letzten 16 gegen den FC Liverpool ausgeschieden.

Mit seinem 20. Pflichtspieltor der Saison brachte Messi Barca per Foulelfmeter in Führung (27.), Mbappe drehte mit einem Dreierpack das hochklassige und temporeiche Spiel für PSG (32., 65. und 85.). Auch Moise Kean (70.) traf für Paris.

Ein Foulelfmeter brachte die Führung für Barca: Frenkie de Jong ging nach einem Kontakt von Layvin Kurzawa im Strafraum zu Boden, Messi verwandelte souverän. Beim Ausgleich zeigte Mbappe seine ganze Klasse, als er sich nach einem Zuspiel von Marco Verratti gegen zwei Abwehrspieler durchsetzte und den Ball ins Netz drosch. Nur drei Minuten später scheiterte Kurzawa nach Mbappe-Flanke an ter Stegen, im Gegenzug verfehlte Griezmann nur um Zentimeter das Tor (37.).

Nach der Pause war ter Stegen gleich wieder gefordert, als Kean die Gästeführung auf dem Fuß hatte (50.). Barca, erstmals seit November wieder mit seinem genesenen Abwehrchef Pique, hatte das Spiel danach etwas besser im Griff. Doch das Tor fiel auf der anderen Seite: Nach einer unglücklichen Abwehraktion von Pique traf erneut Mbappe. In der Folge war Paris für die Spanier kaum noch zu halten, konterte mitunter rasant und schraubte das Ergebnis in die Höhe.

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Tore: 27. Messi 1:0 32. Mbappé 1:1 65. Mbappé 1:2 70. Kean 1:3 85. Mbappé 1:4

Bemerkungen: keine

Leipzig - Liverpool 0:2 (0:0)

Mohamed Salah (schwarzes Trikot) nutzte einen Fehlpass von Marcel Sabitzer (nicht im Bild) zur Führung für Liverpool.

Mohamed Salah (schwarzes Trikot) nutzte einen Fehlpass von Marcel Sabitzer (nicht im Bild) zur Führung für Liverpool.

EPA

(sid) RB Leipzig hat sich mit schweren Abwehr-Patzern fast aller Chancen auf das Champions-League-Viertelfinale beraubt - und dem kriselnden FC Liverpool von Jürgen Klopp zu einem unheimlich wertvollen Sieg verholfen. Im coronabedingt nach Budapest verlegten Achtelfinal-Hinspiel verlor der leidenschaftlich kämpfende Bundesliga-Zweite gegen den englischen Meister in einer höchst intensiven Partie am Dienstagabend mit 0:2 (0:0).

Leipzig beging zu viele Fehler im Spielaufbau und Liverpool profitierte von den Unzulänglichkeiten. Nach Hereingabe von Roberto Firmino zielte Mané (24.) mit dem Kopf nur knapp über das RB-Tor. Acht Minuten später überwand Liverpools Andy Robertson per Bogenlampe aus 40 Metern Gulacsi fast. Doch Robertsons Lupfer ging knapp drüber.

Im zweiten Durchgang erwischte Leipzig einen vielversprechenden Start, nach einem Pass von Olmo scheiterte Nkunku (47.) frei an Alisson. Dass sich RB wenig später eklatante Abwehrfehler leistete, ärgerte RP-Trainer Julian Nagelsmann sichtlich. Erst spielte Sabitzer Salah den Ball in die Füße, der davonzog und eiskalt vollstreckte. Danach tauchte Mukiele unter einem langen Ball hinweg, sodass Mané alleine auf Gulacsi zulaufen konnte und problemlos einschob.

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Tore: 53. Salah 0:1 58. Mané 0:2

Bemerkungen: keine