Bundesliga kompakt
Stuttgart hält mit Last-Minute-Tor die Klasse, in Berlin herrschen derweil unterschiedliche Gefühlslagen

Am letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2021/22 wurde noch einmal um jeden Punkt gekämpft. Welche Teams spielen nächste Saison international, wer steigt ab und wer muss in die Relegation? Die grosse Übersicht:

Leandro De Mori und Simon Wespi
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Diese Teams spielen die Champions League

Die vier bestplatzierten Teams der Bundesliga qualifizieren sich für die Gruppenphase der Königsklasse. Bayern, Dortmund und Leverkusen haben sich ihr Champions-League-Ticket bereits vor dem letzten Spieltag gesichert.

Am letzten Spieltag ging es nur noch darum, ob Leipzig den vierten Tabellenplatz vor Verfolger Freiburg verteidigen kann. Leipzig befand sich vor dem Spiel in der besseren Lage und musste mindestens einen Punkt holen, um den CL-Platz nicht zu gefährden. Freiburg hingegen musste bei Leverkusen einen Sieg einfahren und gleichzeitig auf Schützenhilfe von Leipzig-Gegner Bielefeld hoffen.

Ab der 70. Minute sah es danach aus, dass Freiburg die besagte Schützenhilfe bekommen sollte. Janni Serra schoss den Absteiger aus Bielefeld in Führung und brachte den Freiburgern damit das benötigte Tor. Die Leipziger hingegen konterten und kamen durch Willi Orban (90. + 3) in der letzten Minute zum Ausgleichstor, das den Ostdeutschen die Champions-League-Teilnahme bescherte.

Willi Orban traf in der letzten Minute zum Ausgleich.

Willi Orban traf in der letzten Minute zum Ausgleich.

Friso Gentsch / AP

Für Freiburg sah es lange danach aus, als dass die Champions League nicht mehr in Reichweite war. Leverkusen ging durch Lucas Alario in der 53. Minute in Führung und spielte besser. Das Tor von Janik Haberer (88.) zum Ausgleich sorgte zwar noch einmal für etwas Hoffnung, die aber mit dem Leverkusener Treffer zum 2:1 (Exequiel Palacios, 90. + 7) begraben wurde.

In dieser Saison könnte es sogar deren fünf deutsche Champions-League-Teilnehmer geben, da sich der Gewinner der Europa League ebenfalls direkt für die Königsklasse qualifiziert. Sollte Frankfurt das Finalspiel der Europa League gegen die Glasgow Rangers (18 Mai, 21 Uhr) gewinnen, wäre dies der Fall.

Diese Mannschaften treten in der Europa League an

Für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert sich das Team auf Platz fünf der Bundesliga, sowie der Gewinner des DFB-Pokals. Weil im Pokalfinale (21. Mai, 20 Uhr) mit Leipzig und Freiburg jedoch zwei Mannschaften stehen, die sich bereits über die Liga für einen europäischen Startplatz qualifiziert haben (Leipzig Champions League, Freiburg Europa League), rückt der Sechstplatzierte der aktuellen Bundesliga-Saison nach.

Urs Fischer erreicht mit Union Berlin sensationell die Europa League.

Urs Fischer erreicht mit Union Berlin sensationell die Europa League.

Keystone

Im Kampf um den zu vergebenden Platz setzte sich Urs Fischers Union Berlin durch. Lange sah es nach einem klaren Sieg für die Unioner aus, weil Grische Prömel (5.) und Taiwo Awoniyi (25.) die Berliner in der ersten Halbzeit klar in Führung brachten. Bochum kämpfte sich zurück, kam durch die Tore von Simon Zoller (55.) und Eduard Löwen (79.) sogar zwischenzeitlich zum Ausgleich. Awoniyi traf kurz vor Schlusspfiff aber zum 3:2-Siegtreffer für Union, das sich damit für die Europa League qualifiziert.

Weil Freiburg in Leverkusen eine Niederlage hinnehmen musste, überholte Union Freiburg in der Tabelle sogar und sicherte sich den fünften Platz und damit den direkten Einzug in die Europa League. Freiburg fiel in der Schlusstabelle auf den sechsten Platz zurück.

Dieses Team nimmt an der Qualifikation für die Conference League teil

Die Qualifikationsspiele der Conference-League bestreitet üblicherweise das Team auf Tabellenplatz sechs der Bundesliga. Weil nun aber Freiburg in die Europa-League nachrückt, profitiert das siebtplatzierte Köln.

Die Kölner hatten ihre Reise nach Europa schon vor dem letzten Spieltag gesichert. Unklar war nur, ob es die Europa- oder die Conference League wird. Weil die Kölner bei Stuttgart aber mit 1:2 verloren, änderte sich nichts an ihrem Tabellenplatz und die damit einhergehende Berechtigung der Teilnahme an der Qualifikation für die Conference League.

Die Verlierer der Bundesliga-Saison 2021/22

Zwei Absteigerplätze und einen Barrageplatz gibt es in der Bundesliga. Schon vor dem letzten Spieltag war klar, dass der Tabellenletzte Greuther Fürth definitiv den Gang in Liga zwei antreten muss. Arminia Bielefeld hätte Stuttgart auf dem Relegationsplatz am letzten Spieltag noch überholen können, hätte dafür aber ein kleines Fussballwunder gebraucht.

Im Kampf um den direkten Ligaverbleib kämpften der VfB Stuttgart und Hertha Berlin im Fernduell. Stuttgart hatte die schlechteren Karten: Die Süddeutschen befanden sich in der Tabelle drei Punkte hinter den Berlinern und mussten gegen Köln einen Sieg holen. Ausserdem brauchten die Stuttgarter Schützenhilfe von Borussia Dortmund, bei dem die Hertha gastierte, um den direkten Klassenerhalt zu schaffen.

Hertha lässt die Köpfe hängen: die Berliner müssen in die Relegation.

Hertha lässt die Köpfe hängen: die Berliner müssen in die Relegation.

David Inderlied / AP

Lange sah es danach aus, als würden die Berliner im Spiel gegen Dortmund mindestens einen Punkt holen und damit sicher in der Bundesliga verbleiben. Die Hertha ging durch Ishak Belfodil (18.) in Führung und spielte gegen einen sehr passiven BVB. In der zweiten Spielhälfte wurde Dortmund allerdings aktiver und drehte die Partie noch: Erling Haaland (68.) glich per Elfmeter aus, Youssoufa Moukoko (84.) traf als eingewechselter Joker mit seinem ersten Ballkontakt zum Sieg und schoss die Hertha damit in die Relegationsspiele.

Im Parallelspiel in Stuttgart kam es zum Last-Minute-Jubel und dem Klassenerhalt für Stuttgart in letzter Sekunde. Sasa Kalajdzic (12.) köpfelte nach einem verschossenen Elfmeter gegen Köln früh zur Führung ein. Fortan vergab Stuttgart mehrere Chancen, um den Sieg schon früh klar zu machen. So war es Anthony Modeste (59.), der den Kölnern den Ausgleich bescherte. Erst in der 92. Spielminute sorgte Wataru Endo mit dem Treffer zum 2:1 für Ekstase in der Mercedes-Benz Arena.

Grosse Freude in Stuttgart. In letzter Minute sichern sich die Schwaben den Ligaerhalt.

Grosse Freude in Stuttgart. In letzter Minute sichern sich die Schwaben den Ligaerhalt.

Keystone

Bereits als Aufsteiger in die Bundesliga steht Schalke 04 fest. Die weiteren Plätze spielen morgen Sonntag Werder Bremen, der Hamburger SV sowie Darmstadt aus.

Resultate des 34. Spieltags und Schlusstabelle

Stuttgart - Köln 2:1 (1:0)
Dortmund - Hertha Berlin 2:1 (0:1)
Union Berlin - Bochum 3:2 (2:0)
Bielefeld - Leipzig 1:1 (0:0)
Wolfsburg - Bayern 2:2 (1:2)
Mainz - Frankfurt 2:2 (1:2)
Augsburg - Greuther Fürth 2:1 (1:1)
Leverkusen - Freiburg 2:1 (0:0)
Mönchengladbach - Hoffenheim 5:1 (3:1) – Embolo traf in der 53. zum 4:1

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