Weltraumteleskop Cheops nimmt weitere Hürde beim Erkunden von neuen Planeten

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) beendet die Testphase für Cheops und übergibt die Verantwortung für das Weltraumteleskop an ein wissenschaftliches Konsortium. Die Tests erfolgten hauptsächlich aus dem Home-Office der Forscherinnen und Forscher.

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Das Weltraumteleskop Cheops fliegt seit Dezember durch das Weltall.

Das Weltraumteleskop Cheops fliegt seit Dezember durch das Weltall.

Keystone

(gb.) Seit Dezember ist Cheops im Weltall unterwegs. Nun ist das Weltraumteleskop «wissenschaftsreif», wie die Universität Bern am Donnerstag mitteilte. Das bedeutet, dass die Testphase abgeschlossen wurde und die Verantwortung für das Teleskop der Wissenschaft übergeben wurde. Die Tests seien erfolgreich verlaufen, heisst es in der Mitteilung.

Die Hauptaufgabe bestand darin, die die photometrischen Leistungen des Weltraumteleskops zu beurteilen. «Wir waren begeistert, als wir feststellten, dass alle Systeme wie erwartet oder sogar besser als erwartet funktionierten», wird die Instrumentenwissenschafterin Andrea Fortier von der Universität Bern in der Mitteilung zitiert. Cheops ist damit in der Lage, die Helligkeit eines Sterns auf eine Abweichung von 20 Millionstel genau zu messen.

Befehle von der Stube ins All

Im Rahmen der Tests zielten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter auf einen Stern, der 175 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt. Die Bilder, die Cheops machte, wurde von einer Software und den beteiligten Forschern analysiert. Dies sei herausfordernd gewesen, heisst es seitens der Uni Bern. Denn das wissenschaftliche Personal habe grösstenteils im Home-Office gearbeitet. Dank einer automatisierten Betriebskontrolle sei es aber auch von zu Hause aus möglich, dem Teleskop Befehle zu senden und Daten zu empfangen.

Das Weltraumteleskop Cheops wurde von einem über hundertköpfigen Forschungsteam unter der Leitung der Universität Bern und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) während fünf Jahren gebaut. Das Teleskop, das in 700 Kilometer Höhe um die Erde kreist, soll hochpräzise Messungen vornehmen und der Wissenschaft Informationen über die Grösse, Form und Entwicklung von Exoplaneten liefern. Exoplaneten sind Planeten, die sich ausserhalb des Sonnensystem befinden.