Tierwelt
Um die Schweizer Beeren zu retten: Asiatische Wespen sollen Kirschessigfliege bekämpfen

Ein neuer Versuch soll zeigen, ob asiatische Schlupfwespen die ebenfalls nicht heimischen Kirschessigfliegen bekämpfen können. Das Tessiner Landwirtschaftsamt hat ein entsprechendes Gesuch gestellt.

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Die Kirschessigfliege richtet in der Schweiz massive Schäden in der Landwirtschaft an.

Die Kirschessigfliege richtet in der Schweiz massive Schäden in der Landwirtschaft an.

Keystone

(abi) Die Kirschessigfliege stammt aus dem südostasiatischen Raum und ist erst seit 2011 in der Schweiz. Der Schädling befällt Früchte im Beeren-, Obst- und Weinbau und ist verantwortlich für grosse Schäden in der Landwirtschaft. Seine Bekämpfung ist nicht einfach. Nun will das Tessiner Landwirtschaftsamt eine neue Strategie testen und setzt auf einen natürlichen Feind: Es hat ein Freisetzungsgesuch für die ebenfalls aus Asien stammende Schlupfwespen gestellt, wie am Mittwoch aus dem aktuellen Bundesblatt hervorgeht. Diese sind ein möglicher Kandidat, um künftig die Kirschessigfliegen zu bekämpfen.

Das Ziel des Versuchs ist, die Wirts- und Habitatspezifität der Wespe zu untersuchen. Ebenfalls soll deren Phänologie und Überwinterungsfähigkeit unter Freilandbedingungen an zwei klimatisch unterschiedlichen Standorten geprüft werden, wie es im Gesuch heisst. Die Versuche geschehen in grossen, geschlossenen Feldkäfigen in Cadenazzo (TI) und Delémont (JU). Mit den Käfigen wird verhindert, dass sie in die Umwelt gelangen. Der Versuch ist von Juni 2021 bis Juni 2022 angesetzt.

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) hat eine starke Vorliebe für reife und gesunde Früchte. Sie befällt diese gemäss Agroscope während der Reifung und legt ihre Eier in die Früchte ab. Die Larven schlüpfen kurz darauf und machen die Früchte ungeniessbar.

So befällt die Kirschfliege die Früchte.

Agroscope