Studie zeigt: Schweizer Alpen wachsen schneller, als sie abgetragen werden

Die Schweizer Alpen wachsen weiter in die Höhe, weil sie schneller angehoben als abgetragen werden. Das hat ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Bern erstmals nachgewiesen.

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Die Schweizer Alpen wachsen immer noch in die Höhe. (Im Bild: Eiger, Mönch und Jungfrau.)

Die Schweizer Alpen wachsen immer noch in die Höhe. (Im Bild: Eiger, Mönch und Jungfrau.)

Keystone

(agl) Die durchschnittliche Erhebung in den Zentralalpen, die durch Kräfte im Erdinnern verursacht wird, erfolgt schneller als deren Abtragung. Das hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Bern herausgefunden. «Das ist eine grosse Überraschung, denn bis jetzt sind wir davon ausgegangen, dass Abtragung und Hebung ungefähr gleich schnell ablaufen», wird Studienleiter Fritz Schlunegger in einer Mitteilung der Universität Bern vom Donnerstag zitiert.

Die Forschenden haben eine Strategie entwickelt, mit der sie erstmals ein Bild über die Erosion der ganzen Alpen erstellen konnten. Sie haben Sandproben aus mehr als 350 Flüssen auf ihren Quarzgehalt und die Konzentration des Isotops Beryllium-10 Untersucht. Da dieses Isotop nur auf der Erdoberfläche gebildet wird, lässt sich damit das Alter der Oberfläche bestimmen und damit die Abtragungsgeschwindigkeit der Alpen messen.

Die Messungen haben gezeigt, dass die Abtragung im Wallis mit 7500 Millimetern pro Jahrtausend am grössten ist. Der Durchschnittswert beträgt 400 Millimeter. Am langsamsten geht die Abtragung in der Ostschweiz rund um die Thur vonstatten. Sie beträgt rund 14 Millimeter pro Tausend Jahre. Nicht im gesamten Alpenraum verläuft die Abtragung gleich. Während sich die Zentralalpen durchschnittlich heben, sind Abtragung und Hebung in den Westalpen im Gleichgewicht, wie es in der Mitteilung weiter heisst. In den Ostalpen erfolge die Abtragung derweil schneller als die Hebung.