Schweizer Studie

«Deutliches Warnsignal»: Lunge vier Monate nach Coronainfektion noch geschädigt

Schweizer Forschende haben erstmals festgestellt, dass eine schwere Coronaerkrankung die Lunge auch nach mehreren Monaten noch deutlich beeinträchtigt.

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Die Sauerstoffaufnahme der Lunge wird durch eine Coronainfektion deutlich vermindert.

Die Sauerstoffaufnahme der Lunge wird durch eine Coronainfektion deutlich vermindert.

Keystone

(agl) Erste Resultate einer Langzeitstudie mit 113 Coronapatienten haben gezeigt, dass eine schwere Covid-19-Erkrankung vier Monate nach der Infektion die Sauerstoffaufnahme der Lunge im Durchschnitt um einen Fünftel verringert. Das teilten die Universität Bern und die Insel-Gruppe am Donnerstag mit. Initiiert wurde die «Swiss national Covid-19 lung study» vom Berner Inselspital.

«Die nachgewiesenen Veränderungen der Lunge sind ein deutliches Warnsignal», heisst es in der Mitteilung weiter. Sie zeigten, dass eine Covid-19-Erkrankung nach der Akutphase längst noch nicht überwunden ist. Die Forschenden weisen deshalb darauf hin, dass Patientinnen und Patienten auch danach «dringend medizinisch in Kompetenzzentren multidisziplinär betreut und begleitet werden müssen».

An der «Swiss national Covid-19 lung study» nehmen gemäss der Mitteilung mittlerweile neun Zentren in der ganzen Schweiz teil, darunter die wichtigen Pneumologie-Zentren des Tessins, der Romandie und der Deutschschweiz. «Unsere Studie hat in kürzester Zeit eine schweizweite Datenerhebung der Lungenfunktion von Patienten nach Covid-19 ermöglicht», wird die Initiatorin Manuela Funke-Chambour zitiert. Die bis heute ausgewerteten Daten und die künftigen Erkenntnisse seien wichtig, um Fragen zu Langzeitfolgen von Covid-19 für die Lunge beantworten zu können.