«Schweizer Nobelpreis»: Viel Geld und Ehre für Forschende in Zürich und Lausanne

Der diesjährige Schweizer Wissenschaftspreis geht an Rudolf Aebersold von der ETH und Universität Zürich. Der Schweizer Preis für Nachwuchsforschende erhält Maryna Viazovska von der ETH in Lausanne.

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Guy Parmelin mit Preisträgern: Latsis-Gewinnerin Maryna Viazovska und Marcel Benoist-Gewinner Rudolf Aebersold (r.) am Montag in Bern.

Guy Parmelin mit Preisträgern: Latsis-Gewinnerin Maryna Viazovska und Marcel Benoist-Gewinner Rudolf Aebersold (r.) am Montag in Bern.

Anthony Anex / Keystone

(sat) Erstmals werden die beiden renommierten Wissenschaftspreise Marcel Benoist und Latsis dieses Jahr gemeinsam verliehen. Der als «Schweizer Nobelpreis» bekannte Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist geht dabei im 100. Jahrgang an Rudolf Aebersold von der ETH Zürich und der Universität Zürich. Dies für seine Pionierarbeit in der Systembiologie, wie das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (SBFI) am Montag mitteilt. Der Preis ist mit 250'000 Franken dotiert.

«Die Auszeichnung mit dem Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist ist eine grosse Ehre für mich und mein tolles Team», wird Rudolf Aebersold in der Mitteilung des SBFI zitiert. Der Preis honoriere zugleich die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit von Forschenden und den offenen Austausch von Messdaten. Der Schweizer Forscher zählt zu den Gründervätern der Mitte der 90er-Jahre entstandenen Proteomik. Diese veranschaulicht den gesamten Satz an Proteinen, die in einer Zelle vorhanden sind. Aebersold hat laut Mitteilung deren Betrachtung mit neuen Messverfahren der Massenspektrometrie revolutioniert.

Durchbruch bei Kugelpackungsproblemen

Den Nationalen Latsis-Preis, der an Nachwuchsforschende bis 40 Jahre vergeben wird, erhält dieses Jahr Maryna Viazovska von der ETH Lausanne. Dies laut SBFI für die bahnbrechenden mathematischen Problemlösungen. Die aus der Ukraine stammende Mathematik-Professorin erzielte vor vier Jahren einen wissenschaftlichen Durchbruch bei der Lösung von Kugelpackungsproblemen. «Ich hoffe natürlich auch, dass der Preis hilft, junge Mädchen für die Mathematik zu begeistern», wird Viazovska in der Mitteilung zitiert. Der Latsis-Preis wird seit 1983 jährlich durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Auftrag der Genfer Fondation Latsis verliehen. Er ist mit 100'000 Franken dotiert.

Die wissenschaftliche Selektion der beiden Preisträger wurde laut SBFI vom SNF vorgenommen. Die beiden Wissenschaftspreise werden am 4. November 2020 von Bundesrat Guy Parmelin in Bern der Preisträgerin und dem Preisträger überreicht werden.