Leiden Jugendliche wegen Mediennutzung vermehrt an psychischen Beschwerden?

Schweizer Jugendliche leiden mehr an Müdigkeit und Konzentrationsproblemen. Laut einer Studie könnte ein Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Mediennutzung bestehen.

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Schweizer Jugendliche berichten vermehrt über Müdigkeit.

Schweizer Jugendliche berichten vermehrt über Müdigkeit.

Symbolbild: Keystone/dpa/Nicolas Armer

(dpo) Die gute Nachricht vorneweg: Neun von zehn Schweizer Jugendlichen fühlen sich gesund. Dennoch berichten viele von ihnen über regelmässige gesundheitliche Beschwerden. Dies zeigt ein am Mittwoch publizierter Bericht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Swisscom.

Von den über tausend befragten Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren gaben 53 Prozent im Bericht an, regelmässig müde zu sein. Etwas weniger als ein Fünftel werde von Rücken- und Kopfschmerzen geplagt. 22 Prozent hätten regelmässig Konzentrationsprobleme, und 36 Prozent seien gereizt, oder nervös. Zudem berichten 21 Prozent über Einschlafprobleme.

Gemäss der Studie gebe es Hinweise, dass die intensive Nutzung der sozialen Netzwerke mit psychischen Beschwerden in Zusammenhang stehen könnten. «Die Eltern müssen genau hinschauen: Kinder, die sich zurückziehen, müde wirken oder nicht mehr richtig essen, sollten auch auf ihre Medienerfahrungen angesprochen werden», so Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter bei Swisscom.

Die Studie legt nahe, dass gewisse Freizeitaktivitäten (Gesellschaftsspiele, familiäre Unternehmungen) sich positiv auf die Gesundheit auswirken können.

Die Studie legt nahe, dass gewisse Freizeitaktivitäten (Gesellschaftsspiele, familiäre Unternehmungen) sich positiv auf die Gesundheit auswirken können.

Grafik: ZHAW

Unterschiede bestehen laut Bericht bei Geschlechtern und den finanziellen Lebensumständen. So berichten Mädchen häufiger von psychischen und körperlichen Beschwerden als Jungen. Weiter seien Jugendliche aus Familien mit tiefem sozioökonomischen Status häufiger von Gereiztheit und schlechter Laune betroffen.

Besorgte Eltern sollten beim Lesen dieser Zeilen jedoch nicht vollends in Panik geraten. Die Forscher unterstreichen, dass die Studie einen Querschnitt darstelle. Ursache und Wirkung zwischen Mediennutzung und Beschwerden könnten daher nicht eindeutig nachgewiesen werden.