Schweizer Armee gräbt mit ferngesteuertem Bagger nach explosiven Munitionsrückständen

Das Schweizer Drohnen- und Robotik-Zentrum des Verteidigungsdepartements hat in Mitholz ein neues System getestet: Dank moderner Robotik konnten gefährliche Grabungsarbeiten im Schutt des ehemaligen Munitionslagers durchgeführt werden.

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Der Schreitbagger arbeitete im Winter führerlos in der Gefahrenzone von Mitholz.

Der Schreitbagger arbeitete im Winter führerlos in der Gefahrenzone von Mitholz.

zvg/Armasuisse

(wap) Das Departement für Verteidigung, Departement und Sport (VBS) hat in Mitholz ein neues System zur Räumung von Sprengstoffverseuchtem Gelände getestet. Die Tests fanden im Januar dieses Jahres statt, wie das Bundesamt für Rüstung Armasuisse am Montag mitteilte. Bei der Maschine des Schweizer Drohnen- und Robotik-Zentrums des VBS handelt es sich um einen umgebauten Schreitbagger mit vier Rädern und hydrostatischem Allradantrieb. Gesteuert wird er aus einer Teleoperationsstation inklusive Cockpit.

Dort sitzt der Baggerführer wie in einer richtigen Baumaschine, blickt aber anstatt aus dem Fester auf Bildschirme, die mit den Kameras des Schreitbaggers verbunden sind. Auf diese Weise können die Bagger von lokalen Baufirmen gesteuert werden, ohne dass eine Zusatzausbildung nötig wäre. Das neuartige System eigne sich für Einsätze in Umgebungen mit grossem Gefahrenpotenzial für den Menschen, schreibt die Armasuisse in einer Mitteilung.

Die Grabung in Mitholz fand in Zusammenarbeit mit dem Kommando Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung des Lehrverbands Genie/Rettung/ABC sowie Explosivstoffexperten der Armee statt. Gegraben wurde in eingestürzten Anlageteilen des ehemaligen Munitionslagers Mitholz im Berner Oberland, wo noch immer 3'500 Bruttotonnen Munitionsrückstände im Schutt vermutet werden. Bedient wurde der Teleoperator von einem Baggerführer einer lokalen Baufirma. Bei den Arbeiten seien verschiedene Munitionsreste und Explosivrückstände freigelegt worden, so die Armasuisse.

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