Millionen trinken arsenhaltiges Grundwasser – nun finden Schweizer Forscher neue Hotspots

Bis zu 220 Millionen Menschen weltweit könnten von Arsen belastetem Grundwasser betroffen sein. Das zeigen Schweizer Forscher mit einer neuen, selbst lernenden Karte. Sie soll helfen, künftig gezielter zu testen.

Drucken
Teilen
Keine Selbstverständlichkeit: Trinkwasser, das nicht von Arsen belastet ist. Weltweit sollen 94 bis 220 Millionen Menschen darunter leiden.

Keine Selbstverständlichkeit: Trinkwasser, das nicht von Arsen belastet ist. Weltweit sollen 94 bis 220 Millionen Menschen darunter leiden.

Reto Martin

(sat) Wie das Wasserforschungsinstitut der ETH Zürich (Eawag) am Donnerstag mitteilt, haben Forschende um den Geophysiker Joel Podgorski ein globales Risikomodell erstellt, das als neue Grundlage dienen soll, um Arsentests gezielter durchführen zu können. Das Halbmetall kommt zwar in der Natur vor, kann bei Einnahme über längere Zeit jedoch zu Leber-, Nieren- und Herzschäden oder zu Krebs führen.

Laut Eawag beruht das neue Risikomodell einerseits auf einem selbst lernenden Algorithmus. Andererseits auf geologischen Parametern – darunter 200'000 punktuellen Arsenmessungen – sowie Zahlen zur Bevölkerungsdichte und Grundwassernutzung. Die Forschenden hätten daraus berechnen können, dass derzeit zwischen 94 und 220 Millionen Menschen weltweit potenziell von einer Arsenbelastung betroffen sind.

«Bisher genaueste und detaillierteste Risikokarte»

«Das Resultat ist die bisher genaueste und detaillierteste Risikokarte im globalen Massstab von Grundwasser-Arsenverschmutzungen», wird Joel Podgorski in der Eawag-Mitteilung zitiert. Die Studie ist von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit der Eidgenossenschaft mitfinanziert und eben im Wissenschaftsmagazin «Science» publiziert worden.

Wie die Eawag schreibt, konnten damit nebst bereits länger schon  bekannten arsenbelasteten Gebieten in Teilen Süd- und Südostasien auch neue Hotspots ermittelt werden. So weise die Gefährdungskarte neu auch Teile von Zentralasien, der Sahelzone und andere Regionen Afrikas als potenziell arsenverschmutzte Regionen aus.