Langzeitstudie
Bio-Landwirtschaft liefert ein Fünftel weniger Erträge als herkömmlicher Anbau

Eine neue Studie zeigt, um wie viel weniger ertragreich der biologische Landwirtschaftsbau in der Schweiz ist. Dafür ist die Ökotoxizität beim biologischen Anbau rund 80 Prozent tiefer.

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Am Ende des Tages landet auf Bio-Höfen zum Beispiel ein Fünftel weniger Gemüse in den Erntekisten. (Symbolbild)

Am Ende des Tages landet auf Bio-Höfen zum Beispiel ein Fünftel weniger Gemüse in den Erntekisten. (Symbolbild)

Keystone

Bio ist teurer, schont dafür die Umwelt. Die Vor- und Nachteile des biologischen Landwirtschaftsbaus sind bekannt, wurden bisher aber kaum je wissenschaftlich untersucht. Doch nun hat sich Agroscope der Frage angenommen. Wie das Schweizerische Kompetenzzentrum für Landwirtschaft am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt, handelt es sich bei den Ergebnissen der Studie um die ersten Zahlen zu den ökonomischen, ökologischen und agronomischen Stärken und Schwächen verschiedener landwirtschaftlicher Anbausysteme.

Der Biolandbau trumpft dabei mit seiner hohen Umweltverträglichkeit auf, insbesondere, wenn zusätzlich auf den Pflug verzichtet wird. In Bioparzellen finden sich gemäss Mitteilung 150 Prozent mehr Regenwürmer und die Ökotoxizität ist um rund 80 Prozent tiefer. «Biologisch bewirtschaftete Ackerbausysteme sind doppelt so gut für die Umwelt als die konventionelle Landwirtschaft mit Pflug», werden die Studienautoren in der Mitteilung zitiert.

Der Nachteil im Ertrag lässt sich gemäss Studie auf 22 Prozent berechnen. Der Grund für die rund um einen Fünftel tieferen Erträge sind das Verbot von Kunstdünger und synthetischen Pestiziden. Mit der Züchtung von resistenteren Pflanzensorten sowie einem verbesserten biologischen Pflanzenschutz könnte der biologische Anbau Boden gut machen. Auch bei der Düngung besteht laut den Studienautoren Verbesserungspotenzial. (gb)

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