Genveränderung bei Autisten hemmt die Produktion des «Kuschelhormons»

Forschende haben herausgefunden, dass eine Genveränderung die Wirkung von Oxytocin reduziert. Das Hormon steuert das Sozialverhalten. Damit haben sie einen neuen Behandlungsansatz entdeckt.

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Autisten haben oftmals Mühe damit, zwischenmenschliche Beziehungen zu knüpfen. (Symbolbild)

Autisten haben oftmals Mühe damit, zwischenmenschliche Beziehungen zu knüpfen. (Symbolbild)

Keystone

(sku) Viele autistische Menschen haben Probleme damit, Beziehungen aufzubauen oder Nähe zuzulassen. Wie Forschende der Universität Basel herausgefunden haben, ist dafür unter anderem das Gen Neuroligin-3 verantwortlich. Gemäss einer Mitteilung der Universität vom Mittwoch, gibt es eine Verbindung zwischen dem Gen und dem Oxytocin-Signalweg. Das Hormon Oxytocin steuere das Sozialverhalten, weshalb es auch als «Kuschelhormon» bezeichnet werde. Die Forschenden konnten gemäss Mitteilung nachweisen, dass eine Veränderung im Gen reduzierte soziale Interaktionen zur Folge hat.

Durch die Behandlung mit einem pharmazeutischen Hemmstoff könne sich diese Wirkung aber beheben lassen, heisst es weiter. Weil bei Autismus-Erkrankungen jeweils viele Mechanismus zusammenspielen, sei es bislang schwierig gewesen, Ansatzpunkte für die Entwicklung einer neuen Therapie zu finden. Mit der nun entdeckten Verbindung der Basler Forschenden könnte künftig das Sozialverhalten von autistischen Menschen behandelt werden.