Erster nationaler Bericht über Obdachlosigkeit veröffentlicht

Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat am Montag den ersten Länderbericht zur Obdachlosigkeit in der Schweiz vorgestellt. Er fordert eine schweizweite fachliche Planung der Obdachlosenhilfe.

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Für Angebote wie Notunterkünfte müssen Menschen in Not oft auch noch bezahlen .

Für Angebote wie Notunterkünfte müssen Menschen in Not oft auch noch bezahlen .

Keystone

(wap) Obdachlose in der Schweiz werden meist der Nothilfe überlassen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Die Politik komme ihren internationalen Verpflichtungen nur teilweise nach, da die Verantwortung bei Gemeinden und Kommunen liege, so Studienleiter Mathias Drilling, Leiter des Instituts für Sozialplanung an der Hochschule für soziale Arbeit der FHNW. Die Obdachlosen wanderten in die Städte, die sich auf Nothilfe konzentrierten und sich sonst auf nicht-staatliche Initiativen verliessen. Das Grundangebot für Obdachlose bestehe lediglich aus Essen, Trinken und Übernachten. Dafür müssten sie teilweise auch noch bezahlen.

Die Wurzeln des Problems verortet die Studie in den Neunziger Jahren. Die Politik habe es sich schlicht nicht vorstellen können, dass es in der Schweiz Obdachlosigkeit gebe. Heute gebe es aber im Zusammenhang mit Einwanderern aus Osteuropa eine intensivere Diskussion.

Der Bericht fordert dazu auf, früher zu handeln. Alle Hilfsangebote in der Schweiz sollten erfasst werden, weiter müsse es eine fachliche Planung der Obdachlosenhilfe geben.