Erneuerbare Energien
Studie zeigt: Schweiz sollte eigentlich auf Solar- und Windenergie in Bergen setzen

Windkraftanlagen und Solarmodule in den Alpen würden die Schweiz unabhängiger von Stromimporten machen. Zu diesem Schluss kommen Forscher in einer neuen Studie.

Merken
Drucken
Teilen
Forschende schlagen vor, die alpine Wasserkraft mit Wind- und Solarenergie zu ergänzen.

Forschende schlagen vor, die alpine Wasserkraft mit Wind- und Solarenergie zu ergänzen.

Jérôme Dujardin

Wissenschafter der ETH Lausanne (EPFL) und des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) haben untersucht, welche Art von erneuerbarer Energie an welchen Orten hierzulande eine maximale CO2-Neutralität und Energieunabhängigkeit gewährleisten würde. Ihr Fazit: Die effektivste Lösung ist die Installation von Windkraftanlagen in Kombination mit Solarmodulen in den Alpen, wie die Institute in einer gemeinsamen Mitteilung vom Freitag schreiben.

Demnach sähe das optimale Szenario vor, dass insgesamt 75 Prozent Windkraft und 25 Prozent Solarenergie die derzeitige Versorgung aus alpiner Wasserkraft ergänzen. «Unsere Studie zeigt, dass die Installation von alpinen Solarmodulen besser mit Wasserkraft einhergeht und unsere Abhängigkeit von Energie aus den Nachbarländern im Winter um bis zu 80% reduziert werden kann», lässt sich Professor Michael Lehning, Mitautor der Studie, zitieren.

Die Studienautoren sind sich bewusst, dass dieses Szenario «radikal» erscheint. Sie wollten aber den effizientesten Weg aufzuzeigen, «wohl wissend, dass die Politik einen Mittelweg wählen wird, der zwischen diesem Szenario und der jetzigen Situation liegt», heisst es in der Mitteilung.

Wirtschaftliche Chance für Sonnenergie in Alpen

Gemäss Studie zeigen vor allem das Jura und unbewohnte Gebiete noch viel Potenzial für die Einrichtung von Windkraftanlagen. Mit Blick auf die Sonnenenergie gibt es zudem wirtschaftliche Chancen, Solarmodule in den Alpen zu installieren. «Im Winter herrscht eine starke Sonneneinstrahlung, und das bestehende Stromnetz, in das vor allem Wasserkraft eingespeist wird, könnte genutzt werden, um diese Energie ins Flachland zu transportieren», wird Lehning weiter zitiert.

Gleichzeitig kamen die Forschenden aber zum Schluss, dass die massenhafte Installation von Solarmodulen auf den Dächern von Städten nicht sinnvoll sei. Dies wegen der starken Bewölkung in der kalten Jahreszeit. (dpo)