Energiewende: Wissenschaft appelliert an Verantwortung der Bevölkerung

Der Ausstieg aus der Atomkraft ist nach Ansicht der Wissenschaft technisch und finanziell machbar. Für die Energiewende brauche es jedoch ein Umdenken in der Bevölkerung, mahnen die Schweizer Forscher.

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In Mühleberg wurde im letzten Dezember das erste Atomkraftwerk in der Schweiz abgeschaltet. Nun wird es zurückgebaut.

In Mühleberg wurde im letzten Dezember das erste Atomkraftwerk in der Schweiz abgeschaltet. Nun wird es zurückgebaut.

Bild: Anthony Anex/Keystone

(rwa) Nach dem Reaktorunfall in Fukushima beschloss der Bundesrat 2011 den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft. Über 300 Forscherinnen und Forscher haben in den letzten Jahren in Forschungsprogrammen des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) untersucht, wie sich die Energiestrategie 2050 umsetzen lässt.

Am Dienstag präsentierten sie in Bern ihre Schlussfolgerungen. Ein wirtschaftlich und sozial verträglicher Ausstieg aus der Kernenergie und der auf CO2 basierten Energie sei mit den heutigen technischen und finanziellen Mitteln möglich, schreibt der SNF in einer Mitteilung. Doch von alleine würden sich neue Technologien und neue Verhaltensweisen nicht im Alltag durchsetzen.

Nach Ansicht der Forscher müssen dafür die Bevölkerung, die Politik und die Konsumentinnen und Konsumenten ihre Verantwortung wahrnehmen. Erreicht werden könne dies mit Anreizen für freiwillige Verhaltensänderungen. Als gute Instrumente erweisen sich laut SNF die Lenkungsabgabe und generell Rückverteilungsmechanismen.