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Theaterschaffende und Kinos fordern Finanzhilfe wegen Platzbegrenzung

Der Bundesrat hat Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen verboten. Wegen den fehlenden Einnahmen verlangen Theaterschaffende und die Kinobranche zusätzliche Gelder.

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Leere Zuschauerränge: die Kino- und Theaterbranche fordert weitere Unterstützungen.

Leere Zuschauerränge: die Kino- und Theaterbranche fordert weitere Unterstützungen.

Keytone

(dpo) Die Kulturstätten dürfen unter den aktuell geltenden Schutzmassnahmen des Bundesrats weiterhin offen bleiben. Allerdings müssen sie die Zuschauerzahl ebenso wie der Profisport auf 50 Personen begrenzen. Der Berufsverband Theaterschaffende Schweiz hat Verständnis für die Massnahmen und zeigt sich in erster Linie froh darüber, dass Aufführungen weiter möglich sind. Zugleich spricht er aber von einem «harten Schlag» für die Branche, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Die Begrenzung der Zuschauerzahl führe zu «ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten» für die Kulturbetriebe. Weitere Sorgen bereitet dem Verband die Tatsache, dass die Kantone jederzeit noch härtere Massnahmen beschliessen können. Dies ist etwa in den Kantonen Bern, Wallis und Jura der Fall, wo die Kulturstätten schliessen mussten oder müssen.

Nun fordert Theaterschaffende Schweiz mit einer Reihe von weiteren Verbänden aus dem Bereich Tanz und Theater «eine schnelle und unbürokratische Realisierung der zugesagten Hilfen». Viele Kulturschaffende hätten noch keine Entschädigung für die Verluste der vergangenen sechs Monaten erhalten. Dies sei «äusserst besorgniserregend», heisst es weiter.

Starker Besucherrückgang in den Kinosälen

Ähnlich tönt es aufseiten der Kino- und Filmbranche. Die bundesrätlichen Massnahmen seien «gut gemeint, aber nicht gut gemacht», wie Pro Cinema, der Schweizerische Kino-Verband SKVI und der Verband der schweizerischen Filmemacherinnen und Filmemacher FDS am Freitag in einer Mitteilung schreiben.

Die Begrenzung der Saalkapazitäten auf 50 Personen setze das Überleben der Kinos aufs Spiel. Der Bundesrat hätte stattdessen das Hygienekonzept beibehalten sollen, oder die Verantwortung für die Schliessung der Kinos übernehmen müssen, heisst es. Seit Mitte Juli liegt die Besucherfrequenz der Kinosäle laut eigenen Angaben um rund 65 Prozent hinter dem Vorjahresniveau. Deshalb fordert auch die Kino- und Filmbranche, dass nun «beträchtliche Mittel» zur Verfügung gestellt und die Unterstützungen verstärkt werden.