Schweizer Filmpreis
«Schwesterlein» an der Verleihung des Schweizer Filmpreises als bester Spielfilm 2021 ausgezeichnet

Mit einem Hauptpreis und vier weiteren Preisen räumte «Schwesterlein» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises 2021 ab.

Peter Walthard
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Stream aus dem RTS-Studio: Die Filmpreisverleihung erfolgte dieses Jahr virtuell.

Stream aus dem RTS-Studio: Die Filmpreisverleihung erfolgte dieses Jahr virtuell.

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Bestes Drehbuch, beste Nebendarstellerin (Marthe Keller), beste Kamera (Filip Zumbrunn), beste Montage (Myriam Rachmuth) und überhaupt bester Spielfilm 2021: Schwesterlein von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond räumte bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises, die am Freitag per Stream aus dem RTS-Studio übertragen wurde, so richtig ab.

Youtube/Praesens Film

Der Film, der sich um Berlin, Schweiz-Koller und Feminismus dreht, war zuvor schon für mehrere internationale Preise nominiert worden, so die Oscars, den europäischen Filmpreis und den «goldenen Bären» der Berliner Biennale, dabei aber bisher leer ausgegangen. Im eigenen Land wurde ihm nun mehr Ehre zuteil, ganz im Gegensatz zum heimlichen Favoriten «Platzspitzbaby» von Pierre Monnard, der sich mit einem Preis für die beste Darstellerin (Sarah Spale) begnügen musste.

Keystone-SDA

Als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde «Das neue Evangelium» von Milo Rau, als bester Animationsfilm «Darwin's Notebook» von Georges Schwizgebel und als bester Kurzfilm «Deine Strasse» von Güzin Kar. Der Preis für den besten Abschlussfilm erhielt Thaïs Odermatt für ihr Werk «Amazonen einer Grosstadt». Der Preis für die beste Filmmusik ging an Alice Schmid (für «Burning Memories») und Peter Bräker (für «Nemesis»). Der Spezialpreis der Akademie wurde an Linda Harper verliehen, dies für ihre Kostüme in den Filmen «Von Fischen und Menschen», «Platzspitzbaby» und «Spagat / ШПАГАТ».

Grusswort von Bundesrat Alain Berset

Den Ehrenpreis erhielt, wie bereits zuvor bekanntgegeben worden war, Lilo Pulver, und zwar für ihr Lebenswerk. Bundesrat Alain Berset würdigte die Bernerin in einem Grusswort als «grosse Schauspielerin und grosse Schweizerin.» Sie verkörpere «ausgelassene Perfektion», etwas, das wohl nur hierzulande möglich sei. «Der Sommer 2021 könnte ein neuer Frühling der Kultur sein, in dem wir endlich tanzen und lachen können wie Liselotte Pulver», sagte Berset mit Blick auf die Pandemie und die Hoffnungen auf die laufende Impfkampagne.

Ausgewählt werden die Gewinner des Schweizer Filmpreises vom Eidgenössischen Departement des Innern, dies auf Empfehlung der 450 Mitglieder der Schweizer Filmakademie. Die Nominationen werden traditionell an den Solothurner Filmtagen bekanntgegeben.

Hinwis: Am Wochenende vom 27. und 28. März können die preisgekrönten Filme auf den Kinowebsites https://www.filmpodium.ch/ und https://www.cinemas-du-grutli.ch/ kostenlos gestreamt werden. Es gibt eine begrenzte Anzahl «Streaming-Tickets» pro Film.