Schweizer Berlinale-Film «Schwesterlein» im Rennen um Europäischen Filmpreis

Es war seit langem der erste Schweizer Spielfilm an einem grossen internationalen Filmfestival, nun hat es das Drama mit Nina Hoss und Lars Eidinger in die Auswahl der Europäischen Filmakademie geschafft.

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Schwesterlein und Brüderlein: Lisa (Nina Hoss) und ihr an Leukämie erkrankter Bruder Sven (Lars Eidinger) in «Schwesterlein».

Schwesterlein und Brüderlein: Lisa (Nina Hoss) und ihr an Leukämie erkrankter Bruder Sven (Lars Eidinger) in «Schwesterlein».

Bild: Praesens Film

Die Überraschung war gross, als letzten Winter bekannt wurde, dass wieder einmal ein Schweizer Film im Wettbewerb um einen «Bären» an den Berliner Filmfestspielen steht. «Schwesterlein» von Stéphanie Chuat und Véronique Reymond ging an der Berlinale im Februar dieses Jahres zwar leer aus, doch nun schafft es der Film in eine Vorauswahl der Europäischen Filmakademie für den Europäischen Filmpreis 2020.

Das meldete am Dienstag die Europäische Filmakademie EFA in Berlin.

Identitätssuche zwischen Schweizer Bergen und Berliner Theater

«Schwesterlein», mit den deutschen Stars Nina Hoss und Sven Eidinger in den Hauptrollen, spielt zum einen in Berlins Theaterszene, zum anderen im Umfeld einer Privatschule in den Waadtländer Alpen.

Die ehemalige Theaterautorin Lisa (gespielt von Nina Hoss) lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, doch bleibt sie tief verbunden mit ihrem Bruder Sven (gespielt von Lars Eidinger), der in Berlin berühmter Theaterschauspieler ist. Doch Sven ist an einer agressiven Form von Leukämie erkrankt und Lisa will diesen Schicksalsschlag nicht hinnehmen.

Sie setzt alles in Bewegung, um Sven wieder auf die Bühne zu bringen. Für ihren Bruder vernachlässigt sie alles andere und riskiert ihre eigene Familie (hier geht es zur Filmkritik).

Noch eine Hürde bis zur Nominierung

In einer ersten Auswahl der Europäischen Filmpreis steht «Schwesterlein» in Konkurrenz zu 31 weiteren Filmen, darunter «Berlin Alexanderplatz», «Echo», die in der Schweizer bereits im Kino liefen, oder «Undine» von Christian Petzold, der nächste Woche in Kino kommt.

Die 3800 Mitglieder der Europäischen Filmakademie stimmen nun über die Nominierungen in den einzelnen Kategorien des Europäischen Filmpreises ab. Die Nominationen werden am 7. November im Rahmen des Filmfestivals von Sevilla bekannt gegeben. Die Verleihung des Europäischen Filmpreises 2020 geht am 12. Dezember 2020 in Reykjavik über die Bühne.

«Schwesterlein» kommt Anfang September in die Schweizer Kinos. (dfu)

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