Menschenrechte
Statement gegen Putins Krieg: Friedensnobelpreis geht an Belarussen Ales Bialiatski – aber auch nach Russland und in die Ukraine

Im Vorfeld wurde viel darüber spekuliert, wer den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält. Nun ist klar: Die Auszeichnung geht gemeinsam an den belarussischen Menschenrechtsaktivisten Ales Bialiatski sowie zwei Menschenrechtsorganisationen aus Russland und der Ukraine.

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Der seit 2020 inhaftierte Nobelpreisträger Ales Bialiatski erhält dien rennomierten Preis zusammen mit der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial und der ukrainischen Menschenrechtsorganisation Zentrum für zivile Freiheiten. Die Ehrungen sind ein Statement gegen Wladimir Putin.

Der seit 2020 inhaftierte Nobelpreisträger Ales Bialiatski erhält dien rennomierten Preis zusammen mit der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial und der ukrainischen Menschenrechtsorganisation Zentrum für zivile Freiheiten. Die Ehrungen sind ein Statement gegen Wladimir Putin.

Twitter/Nobelpreis

Der Friedensnobelpreis 2022 geht an Ales Bialiatski. Dies teilte das norwegische Nobelkomitee am Freitag mit. 251 Persönlichkeiten und 92 Organisationen waren diesmal nominiert. Zusammen mit Bialiatski erhalten zwei Menschenrechtsorganisationen die Auszeichnung: Die russische Organisation Memorial sowie das ukrainische Center for Civil Liberties.

Ales Bialiatski engagierte sich als Vorsitzender der Organisation Viasna an den Protesten gegen die belarussische Regierung unter Alexander Lukaschenko. Er ist ein bekannter Menschenrechtsaktivist.

Seit Juli 2011 befindet sich Bialiatski wiederholt in Haft. Geboren wurde Bialiatski 1962 in der Sowjetunion und im heutigen Russland. Mit zwei Jahren zog die Familie nach Belarus. 2005 wurde er mit dem Homo-Homini-Preis und 2007 mit dem Per-Anger-Preis ausgezeichnet für seinen Einsatz für politische Gefangene und ihre Familien. Heute ist er selber einer.

Es folgten weitere Ehrungen: der Petra Kelly-Preis (2012), der Václav-Havel-Menschenrechtspreis des Europarates (2013), der Paweł-Włodkowic-Preis des polnischen Senats (2014), den Right Livelihood Award (2020), den Sacharow-Preis (2020).

Bereits 2012 war er von der slowakischen Ministerpräsidentin für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden.

Memorial ist eine internationale Organisation mit Sitz in Moskau, die sich um die historische Aufarbeitung politischer Gewaltherrschaft verdient gemacht hat. Sie tritt für die Einhaltung der Menschenrechte und die soziale Fürsorge für die Überlebenden des sowjetischen Gulag-Systems ein. Russland löste die Organisation 2021 auf, sie besteht im Ausland aber weiterhin.

Das Center for Civil Liberties, Zentrum für Freiheitsrechte, ist in der Ukraine ansässig und setzt sich für Menschenrechte, Demokratie und Solidarität in der Ukraine und der OSCE-Region ein.

Die drei Gewinner würden die Zivilgesellschaft in ihren Ländern vertreten, schreibt das Nobelpreiskomitee. «Seit Jahren setzten sie sich für das Recht ein, die Mächtigen zu kritisieren». Auch der «ausserordentliche Beitrag» zur Dokumentation von Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen und Machtmissbrauch wurde gelobt.

Vergangenes Jahr waren die Philippinerin Maria Ressa und der Russe Dmitri Muratow mit dem Preis geehrt worden. Die beiden Journalisten erhielten ihn für ihren Kampf für die Meinungsfreiheit.

Der Friedensnobelpreis wird als einziger der Nobelpreise nicht im schwedischen Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen. (chm/dpa)