Feminismus
«Femmes sous surveillance»: Iris von Rotens Streitschrift erscheint auf Französisch

Die Streitschrift «Frauen im Laufgitter» der Schweizer Feministin Iris von Roten erscheint in einer gekürzten Fassung erstmals auf Französisch. Anlass ist der 100. Geburtstag von Rotens.

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Iris von Roten wurde für ihre feministische Kritik massiv angefeindet und zog sich später aus der Öffentlichkeit zurück.

Iris von Roten wurde für ihre feministische Kritik massiv angefeindet und zog sich später aus der Öffentlichkeit zurück.

Keystone

Die Mutterschaft als «Bürde ohne Würde», die Hausarbeit als «Fron»: Die radikale feministische Analyse Iris von Rotens, die 1958 unter dem Titel «Frauen im Laufgitter» erschien, wird erstmals auf Französisch übersetzt. «Femmes sous surveillance» heisst der Titel Französisch, wie die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen am Freitag mitteilte.

Damit wird der feministischer Klassiker der Deutschweiz auch in der Romandie zugänglich. Den Anstoss zur Übersetzung gab die Kommission für Frauenfragen im Jahr 2017, anlässlich des 100. Geburtstags der Autorin. Von Roten wurde 1917 in Basel geboren und starb 1990. Sie war Anwältin und arbeitete ab 1951 als freie Schriftstellerin. Mit «Frauen im Laufgitter» wollte sie eine Debatte über die Stellung der Frau in der Gesellschaft auslösen, wurde aber persönlich angefeindet und zog sich aufgrund der massiven Kritik aus der Öffentlichkeit zurück, wie das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann über sie schreibt.

Übersetzt wurde das Werk nun in einer gekürzten Fassung durch Camille Logoz und erscheint im Verlag Editions Antipodes. Die Streitschrift sei in mancherlei Hinsicht noch heute aktuell, schreibt die Kommission für Frauenfragen in ihrer Mitteilung. Von Roten Analyse der patriarchalen Mechanismen sei ein «intellektuelles Vergnügen» und «rhetorisches Feuerwerk». (gb)

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