Das Corona-Virus musste an den Swiss Music Awards im Luzerner KKL draussen bleiben

Der wichtigste Musikpreis der Schweiz wurden am Freitagabend in Luzern verliehen. Dank Moderatorin Hazel Brugger ist der Anlass etwas gesundet.

Michael Graber
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Luca Hänni (er grüsst vom oberen Bildschirm) gewinnt in der Kategorie «Best Male Act» bei den Swiss Music Awards im KKL.

Luca Hänni (er grüsst vom oberen Bildschirm) gewinnt in der Kategorie «Best Male Act» bei den Swiss Music Awards im KKL.

(Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern 28. Februar 2020)

Das sind die Gewinner:

  • Best Female: Stefanie Heinzmann
  • Best Male: Luca Hänni
  • Best Group: Patent Ochsner
  • Best Album: Patent Ochsner
  • Best Breaking: Loredana
  • Best Talent: Monet 192
  • Best Live: Hecht
  • Best Romandie: Muthoni Drummer Queen
  • Artist Awards: Baze
  • Outstandig Achievement Award: Stephan Eicher
  • Best Hit: Loco Escrito "Punto"
Pegasus, auf dem Weg zum Swiss Music Award 2020 im KKL.
17 Bilder
Vor dem Eingang des KKL versammelten sich Fans.
Stefanie Heinzmann (rechts) macht Selfies mit Fans.
Auch Lo (rechts) von Lo und Leduc posiert für die Fans.
Dodo (vorne) lässt es sich ebenfalls nicht nehmen, ein Selfie zu schiessen.
Besucher neben einem Handdesinfektionspender im KKL
Thomas D. von den Fanta Vier kam zu den Swiss Music Awards.
Und auch Seven nahm teil.
Moderiert hat den Abend Poetry Slammerin und Stand Up Comedien Hazel Brugger.
Monet192 gewinnt den Award «Best Talent».
Sängerin Stefanie Heinzmann gewinnt den Award «Best Female Act».
Die Schweizer Band Hecht gewinnt den Award «Best Live Act».
Die Schweizer Rapperin Loredana gewinnt den Award «Best Breaking Act».
Muthoni Drummer Queen gewinnt den Award «Best Act Romandie».
Stephan Eicher gewinnt den Award «Outstanding Achievement Award».
Luca Haenni gewinnt den Award «Best Male Act».
Büne Huber von Patent Ochsner gewinnt den Award «Best Album».

Pegasus, auf dem Weg zum Swiss Music Award 2020 im KKL.

Patrick Hürlimann / Patrick Huerlimann

Der Mann hat gute Laune. Immer wieder feuert der Moderator am Freitagabend die Zuschauer am grünen Teppich an, doch «etwas Lärm» zu machen. Die vielleicht hundert Besucher machen «etwas Lärm». Machen die Welle, johlen, klatschen. Machen Selfies mit den Prominenten – etwa mit Stefanie Heinzmann.

(Bild: Patrick Hürlimann, Luzern, 28. Februar 2020)

Corona-Distanz kennt hier keiner, das Virus ist an den Swiss Music Awards omnipräsent abwesend. Einzig ein paar Desinfektionsstellen erinnern an es. Und ein Schild weist die Besucher darauf hin, dass sie keine Besucher sein dürften, wenn sie in den letzten zwanzig Tagen in einem Risikogebiet waren.

Schon alleine die Meldung, dass die Swiss Music Awards überhaupt stattfinden können, ist ja eigentlich ein Erfolg. Durch rasche Gesundschrumpfung schaffte es der Anlass unter die kritische Grenze von 1000 Besuchern zu kommen – ein Husarenstück, das manch einem anderen Anlass, mit weniger Publizität, nicht gelungen wäre.

Man habe «500 Leute ausgeladen – all jene, die zu schwach sind um das zu überleben», sagte Moderatorin Hazel Brugger bei der Begrüssung...

(Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern 28. Februar 2020)

...nd wenn schon das Corona-Virus vor den KKL-Türen bleiben musste, so sorgte immerhin Brugger für eine gewisse Grundbedrohlichkeit. Die Kabarettistin nahm keine Gesichtsmaske vor den Mund und setzte einige Schläge an der Gürtelliniengrenze.

Ganz gesundet sind die Swiss Music Awards aber noch nicht. Sie kranken noch immer am Missverhältnis von Anspruch und Realität. Spätestens tief in der Provinzialität zurück, ist man jeweils bei den biederen Dankesreden – mindestens ein bisschen Weltfrieden hätte man schon fordern dürfen. Zum Glück gibt es Büne Huber, der, zugeschaltet aus Zofingen...

(Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern 28. Februar 2020)

...tatsächlich Emotionen zeigte. Und Baze, der den von den Künstlern vergebenen Artist-Award gewann und auch dekoriert mit einem dieser SMA-Steine noch wie ein Fremdkörper wirkte:

(Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern 28. Februar 2020)

Mit grosser Nonchalance werden Einsätze verhauen

Apropos Fremdkörper: Der Auftritt von Loredana. Mit welcher Nonchalance da sogar Playback-Einsätze verhauen werden, ist befremdlich:

(Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern 28. Februar 2020)

Ansonsten wirkt die des Betrugs beschuldigte Rapperin fast schon seltsam integriert in den Schweizer Musikkuchen. Monet 192 dankt ihr gar in seiner Dankesrede. Sie hat gute Laune.