Zwischen Dorf und Stadt: Agglomerationen verstehen sich als urban, aber nicht städtisch

Eine Umfrage des Städteverbandes beleuchtet das Selbstverständnis der Agglomerationen. Viele bezeichnen sich als urban, grenzen sich aber von der Stadt ab. Zu den Herausforderungen zählen die Agglomerationen etwa den Ausbau von Schulen und das Bevölkerungswachstum.

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Zwischen Dorf und Stadt: Regensdorf im Kanton Zürich.

Zwischen Dorf und Stadt: Regensdorf im Kanton Zürich.

Severin Bigler / LTA

(dpo) Der Schweizerische Städteverband (SSV) möchte die Veränderungen und Herausforderungen in den Agglomerationen besser verstehen. Dazu führte die Forschungsstelle Sotomo im Auftrag des SSV eine Umfrage unter fast 500 Exekutivmitgliedern und Fachverantwortlichen aus 175 Städten und Gemeinden durch. Die Befragung hat vielfältige Erkenntnisse zum Selbstverständnis und zu den Bedürfnissen in den Agglomerationen zutage gebracht, schreibt der Städteverband in einer Mitteilung vom Dienstag.

So sehen viele Vertreter von Kernagglomerationen ihren Ort zwar als urban, nicht jedoch als städtisch an. Rund die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass ihre Gemeinde etwas zwischen Dorf und Stadt sei, heisst es in der Mitteilung. Die Verstädterung wird insbesondere in Bezug auf den Verkehr und die Bausubstanz als ausgeprägt eingestuft, aber weniger in Bezug auf das öffentliche Leben und die Mentalität der Bevölkerung.

Wunsch nach mehr Autonomie in Raumplanung

Bezüglich den Herausforderungen beschäftigt die Agglomerationsgemeinden im Besonderen die Komplexität von Informatikprojekten, der Ausbau von Schulen, das Bevölkerungswachstum oder die Alterung der Gesellschaft. In den Städten werde dagegen vor allem das Wohnen als grosse Herausforderungen wahrgenommen, schreibt der Städteverband.

Sowohl bei den Kernstädten als auch bei den Kernagglomerationen besteht gemäss dem Bericht ein Grundbedürfnis nach mehr Kooperation mit Bund und Kantonen. Diesem Bedürfnis steht allerdings ein Wunsch nach mehr Autonomie gegenüber. Demnach streben Kernstädte vor allem im Verkehr nach mehr Autonomie, Agglomerationen dagegen in der Raumplanung.