Zu hohe Preise für Hörgeräte: Bund sieht Handlungsbedarf

Der Hörgeräte-Markt ist intransparent und und die Preise zu hoch. Das zeigt eine neue Studie. Der Bund sieht Handlungsbedarf.

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Trotz Systemwechsel erachtet der Bund die Preise für Hörgeräte als zu hoch. (Symbolbild)

Trotz Systemwechsel erachtet der Bund die Preise für Hörgeräte als zu hoch. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Die Kosten für die Hörgeräte bewegten sich weiterhin auf einem Niveau, das sich kaum rechtfertigen lasse, schreibt das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) im Vorwort zur Studie, die am Donnerstag publiziert wurde. Die Herstellung eines Gerätes koste rund 150 Franken, verkauft würden diese aber teilweise für über 3000 Franken, kritisiert der Bund. Gemäss der Studie beträgt der Preis für ein Hörgerät im Schnitt 1644 Franken. Das BSV erachtet eine Marge in dieser Höhe auf einem Medizinprodukt als inakzeptabel.

An den hohen Preisen geändert hat sich auch nichts durch den Systemwechsel. Mitte 2011 führte der Bund die Vergütung durch IV bzw. AHV mit Pauschalen ein. Während vorher ein grosszügiges Tarifsystem galt, sollte durch das neue System der Wettbewerb im Hörgerätemarkt gestärkt werden und sich Versicherte mehr für günstigere Hörgeräte interessieren. Der Bund hält es deshalb für angezeigt, dass das System erneut revidiert wird. Über das weitere Vorgehen wird der Bundesrat entscheiden.