Coronavirus

Ziel der Task Force: Mit unter 500 Neuansteckungen ins neue Jahr

Die Task Force des Bundes schlägt eine neue Zielvorgabe zur Eindämmung des Coronavirus vor. Die Zahl der Neuansteckungen soll alle zwei Wochen halbiert werden. Sonst brauche es neue Massnahmen.

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Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Task Force des Bundes, will neue Ziele im Kampf gegen Corona festlegen.

Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Task Force des Bundes, will neue Ziele im Kampf gegen Corona festlegen.

Keystone

(agl) «Stellen sie sich das Ganze wie die Tour de Suisse vor, in der wir Etappe für Etappe aus der Gefahrenzone fahren», sagte Task Force-Präsident Martin Ackermann am Donnerstag an einer Medienkonferenz des Bundes. Am 10. Dezember soll die Fallzahl unter 2000 liegen, auf Neujahr unter 500. Sollten diese Eckwerte nicht erreicht werden, braucht es laut Ackermann weitere Massnahmen.

Es sei klar, dass die bereits getroffenen Massnahmen weiter aufrecht erhalten werden müssen, so Ackermann weiter. Jeder einzelne müsse seinen Effort intensivieren und sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten. Aktuell deuten laut dem Professor für Mikrobiologie sowohl die täglichen Fallzahlen als auch die Spitaleinweisungen darauf hin, dass sich die Situation auf hohem Niveau stabilisiere. Auf der anderen Seite stiegen die Todesfälle und die Belegung der Intensivstationen weiter an, wenn auch langsamer als in den Vorwochen.

Weihnachten mit der Familie ist möglich

Wie aktuelle Zahlen des koordinierten Sanitätsdienstes zeigen, gibt es bei den Intensivbetten eine Reserve von 23 Prozent, knapp 60 Prozent der Betten sind mit Coronapatienten belegt. «Man kann aber nicht ständig die Anzahl Betten erhöhen», betonte Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit. Obwohl die Wahleingriffe zurückgefahren wurden, seien die Spitäler immer noch stark belastet.

Zu deren Unterstützung sind mittlerweile bereits 500 Armeeangehörige im Einsatz, wie Divisionär Yvon Langel vor den Medien erklärte. 300 von ihnen würden im Gesundheitsbereich eingesetzt, die restlichen unter anderem in der Logistik. Insgesamt hätten sich bisher rund 600 Freiwillige gemeldet, nicht alle könnten jedoch eingesetzt werden, so Langel weiter. Gefragt sei besonders Küchenpersonal. «Die Armee geht dorthin, wo man sie braucht», so Langel weiter. Aktuell ist sie in verschiedenen Westschweizer Kantonen im Einsatz, ein Gesuch aus dem Tessin werde geprüft.

Gegen Ende der Medienkonferenz sorgte der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri für einen Hoffnungsschimmer: «Grundsätzlich kann man Weihnachten durchführen», sagte er. Auf grosse Feiern solle man jedoch verzichten und vorsichtig sein, was die Grosseltern betrifft. Da komme es jedoch auch auf die individuelle Familienkonstellation an, so Hauri weiter. An Weihnachten mit der Familie zusammenzukommen, da spreche aber nichts dagegen.