Wöchentliche Arbeitszeit sinkt in der Coronakrise um fast 10 Prozent

Die Coronakrise hat deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im zweiten Quartal dieses Jahres sank die wöchentliche Arbeitszeit pro erwerbstätige Person um durchschnittlich 9,5 Prozent auf 28,4 Stunden.

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Die Arbeitszeit ging im Gastgewerbe mit grossem Abstand am deutlichsten zurück. (Symbolbild)

Die Arbeitszeit ging im Gastgewerbe mit grossem Abstand am deutlichsten zurück. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Am stärksten reduziert hat sich die Arbeitszeit im Gastgewerbe, wo sie im Vergleich mit dem zweiten Quartal 2019 um 54 Prozent zurückging. Darauf folgt die Unterhaltungs- und Kunstbranche mit einem Rückgang um 23 Prozent. Auf der anderen Seite war der Rückgang in der öffentlichen Verwaltung sowie in der Kredit- und Versicherungsbranche nur gering. Die Zahlen hat das Bundesamt für Statistik (BFS) im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung erhoben und am Dienstag publiziert.

Die Erhebung zeigt weiter, dass der Rückgang der Arbeitszeit bei den Frauen mit rund 11 Prozent deutlich stärker war als bei den Männern mit rund 8 Prozent. Bei Selbständigen ging die Arbeitszeit stärker zurück als bei Arbeitnehmenden. Auch die Ausweitung der Kurzarbeit wird in den neuen Zahlen des BFS deutlich: Die Dauer der wöchentlichen Absenzen aufgrund von Kurzarbeit stieg von 0,1 Stunden auf 2,4 Stunden an. Bei den Krankheitsabsenzen blieb der Anstieg von 1 Stunde auf 1,2 Stunden derweil moderat, während die Ferienabsenzen von 2,2 auf 1 Stunde zurückgingen.

Ein Grossteil der Arbeitnehmenden arbeitete im zweiten Quartal zudem im Home Office. Der Anteil stieg von 29 auf 44 Prozent. Mit 87,3 Prozent war der Anteil in der Informations- und Kommunikationsbranche am höchsten, ebenfalls bei knapp 80 Prozent liegt das Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie der Bereich Erziehung und Unterricht.