Miau! Wildkatze zum Tier des Jahres gekürt

Die Tierart, die einst vom Aussterben bedroht war, breitet sich wieder aus. Ihr Habitat könnte gar bald bis ins Mittelland und die Voralpen reichen.

Gina Bachmann
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Ein junges Exemplar der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris) auf Entdeckungstour.

Ein junges Exemplar der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris) auf Entdeckungstour.

Bild: Fabrice Cahez  

Die Naturschutzorganisation Pro Natura ernennt die Wildkatze zum Tier des Jahres 2020. Die Wildkatze sei laut einer Medienmitteilung «eine Botschafterin für wilde Wälder und vielfältige Kulturlandschaften».

Die Schweizer Wildkatzen leben vorwiegend in den Wäldern der Jurakette. Bis vor zirka 10 Jahren war wenig über den Lebensraum der Tierart bekannt. Dank einer neuen Forschungsmethode ist heute aber ein systematisches Wildkatzenmonitoring möglich. Bei der Methode werden rohe Dachlatten mit Baldrian eingesprüht und in den Wald gesteckt. Die Wildkatzen mögen den Baldrianduft und reiben sich an den Latten. Dabei lassen sie Haare zurück, die es den Forschungsteams ermöglichen, Rückschlüsse auf das Tier zu ziehen.

Es konnte dadurch die Erkenntnis gewonnen werden, dass Wildkatzen nicht zwingend auf Wälder angewiesen sind, sondern auch ausserhalb gut zurechtkommen, sofern genügend Versteckmöglichkeiten und Wanderkorridore zur Verfügung stehen. Laut Pro Natura stehen damit die Chancen gut, dass sich die Wildkatze bis ins Mittelland und gar bis zu den Voralpen ausbreiten wird. 

Doch ein Problem gibt es dabei: Die Wildkatzen könnten sich mit Hauskatzen paaren, welche von der afrikanisch-asiatischen Wildkatze abstammt. Damit es nicht zu einer Vermischung der Arten kommt, braucht es laut Pro Natura deshalb einen «verantwortungsvollen Umgang» mit Hauskatzen.