Walliser Regierung verlängert strengste Coronamassnahmen bis Mitte Dezember

Trotz gesunkener Infektionszahlen und einem Rückgang bei den Hospitalisierungen verlängert die Walliser Regierung die weitgehenden Massnahmen um weitere zwei Wochen.

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Die heutige Walliser Regierung – rechts im Bild der aktuelle Präsident Christophe Darbellay – bei der Wahl 2017.

Die heutige Walliser Regierung – rechts im Bild der aktuelle Präsident Christophe Darbellay – bei der Wahl 2017.

Olivier Maire / Keystone

(sat) Das Wallis verlängert den grössten Teil seiner kantonalen Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus um zwei Wochen. Statt Ende November sollen diese frühestens ab dem 14. Dezember gelockert werden. Das hat der Walliser Staatsrat am Freitag entschieden. Einzig die Regeln für Gottesdienste oder Beerdigungen sowie für sportliche Aktivitäten von unter 16-Jährigen werden ab Dezember analog der Bundesregeln gelockert.

«Die striktesten Massnahmen der Schweiz tragen Früchte», sagte Christophe Darbellay vor den Medien in Sitten. Der Präsident der Walliser Regierung dankte der Bevölkerung, den Unternehmen und Akteuren des Gesundheitswesens für das seit Wochen grosse Engagement. Die Situation bleibe trotz sinkender Infektions- und Hospitalisationszahlen «sehr angespannt», so Darbellay. Darum habe der Staatsrat entschieden, die Schutzmassnahmen vorerst um zwei Wochen zu verlängern.

«Es liegen noch schwierige Wochen vor uns», sagte Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten. Eine Impfung werde noch länger nicht vorliegen, auch wenn die Zeichen dafür gut stünden. Die Regierungsrätin appellierte darum an die Bevölkerung, sich weiterhin an die Einschränkungen zu halten. Zudem versprach sie, mit den tieferen Infektionszahlen könne nun auch das Contact Tracing wieder hergestellt werden.

Maximal zehn Personen dürfen sich treffen

Vor Monatsfrist hat das Wallis die damals strengsten Coronamassnahmen der Schweiz beschlossen. Öffentliche und private Treffen wurden auf zehn Personen beschränkt. Zudem wurden Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater, Schwimmbäder oder Fitnesscenter geschlossen. Restaurants schloss die Walliser Regierung in einer weiteren Verschärfung zwei Wochen später.

Diese drastischen Massnahmen sollten dazu helfen, die Walliser Spitäler vor einer Überlastung zu bewahren. Sie hatten damals gewarnt, die Belastungsgrenze demnächst zu erreichen. Die Infektionszahlen im Wallis hatten sich damals innert einer Woche verdreifacht.