Tessiner Gemeindewahlen
Alt Ständerat Filippo Lombardi schafft den Sprung in die Stadtregierung von Lugano

Bei den Tessiner Gemeindewahlen ist der abgewählte Ständerat Filippo Lombardi als neuer Stadtrat von Lugano gewählt worden. Der CVP-Mann folgt auf Parteikollege Angelo Jelmini der zurücktrat.

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Wagte das Comeback: Filippo Lombardi, 2019 als Ständerat abgewählt, ist nun für die CVP Stadtrat von Lugano.

Wagte das Comeback: Filippo Lombardi, 2019 als Ständerat abgewählt, ist nun für die CVP Stadtrat von Lugano.

Keystone

(lo/sat) Parteipolitisch bleibt der Stadtrat von Lugano unverändert: Die Lega dei Ticinesi verteidigte bei den Gemeindewahlen vom Sonntag ihre drei Sitze in der Exekutive. Dabei erhielt Stadtpräsident Marco Borradori die meisten Stimmen. Die FDP verteidigte ebenfalls ihre beiden Sitze, die Linke ihren einzigen Sitz. Die Stadt Lugano bleibt damit in der Schweizer Städtelandschaft eine Ausnahmeerscheinung, da sie nicht von einer links-grünen, sondern von einer mitte-rechts Mehrheit regiert wird.

Konkret setzt sich die künftige Stadtregierung von Lugano aus folgenden Personen zusammen: Marco Borradori, Michele Foletti, Lorenzo Quadri (alle Lega), Roberto Badaracco, Karin Valenzano Rossi (beide FDP) sowie Filippo Lombardi (CVP) und Cristina Zanini Barzaghi (SP). Lombardi war als Spitzenkandidat seiner Partei angetreten und hat damit den Sitz der CVP erfolgreich verteidigen können.

Holocaustverharmloserin verpasst Wahl

In der Gemeinde Capriasca hat die für die SVP angetretene Liliane Tami die Wahl verpasst. Im März hatte Tami die Partei verlassen, die 29-Jährige stand jedoch weiterhin zur Wahl. Tami hatte 2016 an einer faschistischen Gedenkfeier in Mailand teilgenommen und dabei mehrfach «Sieg Heil» gerufen. Der SVP-Ortspartei war dieser Auftritt bekannt, sie nominierte Tami trotzdem. Nach Medienberichten forderte die Kantonalpartei jedoch Tamis Austritt. In einem Fernsehinterview zu ihrem Rücktritt verharmloste Tami den Holocaust. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) reichte deswegen Strafanzeige gegen Tami ein. (cbe) 

Die Auszählung der Stimmen für die Tessiner Gemeinderäte (Legislative) erfolgt dagegen erst am Montagnachmittag. Mit allen Ergebnissen der Parlamentswahlen wird – nicht zuletzt wegen Corona-Einschränkungen – jedoch erst am Dienstag gerechnet.

Am Wochenende waren im Tessin die Regierungen und Parlamente in allen gut hundert Gemeinden gewählt worden. Weil es in einigen Gemeinden zu stillen Wahlen kam, respektive es zu wenige Kandidatinnen oder Kandidaten gab, waren die Tessinerinnen und Tessiner am Sonntag lediglich in 88 Gemeinden zum Gang an die Urne aufgerufen worden.