Wächst die Hauptstadt der Schweiz mit umliegenden Gemeinden zusammen?

Eine Machbarkeitsstudie zeigt Vor- und Nachteile einer Fusion der Stadt Bern mit sechs umliegenden Gemeinden. Als nächstes soll die Bevölkerung zur Fusion befragt werden.

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Die Stadt Bern will wachsen.

Die Stadt Bern will wachsen.

Jan Geerk

(gb.) Die Stadt Bern zählt aktuell etwas mehr als 140'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Erstmals zeigt eine Studie die Machbarkeit sowie die Vor- und Nachteile einer Fusion der Stadt mit sechs umliegenden Gemeinden. An der Studie beteiligten sich neben Bern die Gemeinden Bolligen, Bremgarten, Frauenkappelen, Kehrsatz und Ostermundigen. Würde Bern mit diesen Gemeinden fusionieren, würde sie um knapp 40'000 Personen wachsen.

Gemäss der Studie, die vom Beratungsbüro Ecoplan erstellt wurde, ergeben sich aus einer Fusion diverse Vorteile für die involvierten Gemeinden. Wie Felix Walter von Ecoplan in einem Interview gegenüber Radio SRF sagte, liege die Chance vor allem darin, schwierige Aufgaben in Zukunft gemeinsam zu lösen, etwa in der Informatik. Für die kleinen Gemeinden könne eine Fusion zudem sinnvoll sein, weil diese zunehmend Schwierigkeiten hätten, Milizämter zu besetzen. Auch eine bessere Abstimmung bei der Raumplanung oder Infrastrukturprojekten seien Vorteile einer Fusion, heisst es in der Studie.

Steuersatz würde an Stadt Bern angepasst

Die Nachteile sind unter anderem emotionaler Natur. Viele Bürgerinnen und Bürger könnten Mühe haben, sich zukünftig als Stadtbewohner zu identifizieren, sagten sinngemäss etwa Thomas Iten, Gemeindepräsident von Ostermundigen, und Kathrin Zuber, Gemeindepräsidentin von Bolligen, gegenüber Radio SRF. Auch die Nähe zur Verwaltung könnte für die Bürgerinnen und Bürger mit einer Fusion ein Stück weit verloren gehen, kommt die Studie zum Schluss.

Aus rechtlicher Perspektive stehen einer Fusion noch zahlreiche Abklärungen im Weg. Diese sind laut der Studie aufwendig, aber lösbar. Die Studie stützt zudem die Idee, dass der Steuersatz demjenigen der Stadt Bern angepasst würde. Nur bei der Gemeinde Bremgarten wäre damit eine Steuererhöhung nötig. Als nächstes wollen die involvierten Gemeinden die Bevölkerung zum Thema befragen. In allen Gemeinden können sich Interessierte im Lauf der nächsten Wochen an verschiedenen Veranstaltungen einbringen.