Volksinitiative
Ständeräten geht Initiative gegen Tierversuchsverbot zu weit

Die zuständige Kommission des Ständerats empfiehlt die Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot» zur Ablehnung. Sie folgt damit dem Nationalrat, der sie ebenfalls ablehnt.

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Zwar liegt dem Ständerat das Tierwohl am Herzen, trotzdem lehnt er die Tierversuchs-Initiative ab.

Zwar liegt dem Ständerat das Tierwohl am Herzen, trotzdem lehnt er die Tierversuchs-Initiative ab.

Keystone

(abi) Die Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot» verlangt ein bedingungsloses Verbot von Tierversuchen und Forschung am Menschen. Die Verfassung soll so geändert werden, dass Tierversuche als Tierquälerei und Verbrechen gelten. Ausserdem soll auch der Handel mit Produkten verboten werden, die unter Anwendung von Tierversuchen entwickelt wurden. Der ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-S) geht die Initiative aber zu weit, obwohl ihr das Tierwohl ein grosses Anliegen sei. Sie empfiehlt sie daher einstimmig zur Ablehnung, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten.

Die Umsetzung der Initiative würde sich negativ auf die Gesundheit, die Wirtschaft und den Forschungsplatz Schweiz auswirken, befürchten die Ständeräte. Ihre Diskussion drehte sich gemäss Mitteilung um die Interessenabwägung zwischen dem gesellschaftlichen Nutzen und Tierversuchen und der Belastung für die Tiere. Ausserdem sprachen sie über den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dieser Versuche sowie über andere Lösungen für die Forschung.

Die WBK-S folgt mit ihrem Entscheid dem Nationalrat, der die Initiative in der Frühjahrssession deutlich ablehnte. Er war sich über alle Fraktionen hinweg einig. Auch der Bundesrat spricht sich gegen das Begehren aus.

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