Kolumne

Unser Goldjunge Luca Hänni ist ja so verliebt!
Für seine Ex ist das aber schrecklich –
und für mich auch

Der Sänger und Tänzer Luca Hänni und seine neue Flamme Christina Luft haben ihre Liebe öffentlich gemacht. Und seine Exfreundin? Muss sich die Turteleien, die nun überall über die Bildschirme flimmern, mit ansehen. Dabei wollen wir nach einer Trennung doch nur eines: Vergessen.

Anna Miller
Drucken
Teilen

Also gut. Luca Hänni, unser Goldjunge, der sich mit dem Eurovision Song Contest in ein Schweizer Gedächtnis gebrannt hat, der gut tanzen kann und sogar nett ist und besser aussieht als DJ Bobo in seinen besten Jahren, ist also neu verliebt.

Dafür kann er nicht viel, das ist im nicht vorzuhalten, das ist doch schön. Die Liebe ist frei, wie man doch immer sagt, und er scheint glücklich. Ich müsste mich für ihn freuen, nicht nur als Mensch, sondern auch als jemand, der, trotz all der Seriosität, die die letzten Monate an Weltkrisen wieder eingefordert hat, auch Promi-News mag.

Ich müsste mich für ihn freuen, weil doch diese Päärli-Bilder, die seit ein paar Tagen durch die digitalen Kanäle geistern, so hübsch sind. Wie die beiden strahlen. Luca Hänni und Christina Luft. Endlich zusammen mit seiner Tanzpartnerin bei «Lets Dance».

Endlich Gewissheit, nach Wochen der Spekulationen in den Medien. Die Gerüchteküche, die brodelte. Und viele, die sowieso schon ahnten: Das mit den beiden, das ist Liebe! Schaut nur, wie die zusammen funktionieren! Schau nur, diese Leidenschaft! Es kam also zusammen, was zusammen gehörte. Das sagen sogar die Astrologinnen, die die Boulevard-Medien befragten.

Es wäre also alles schön und grossartig und harmonisch.

Wäre ich in Gedanken nicht ständig bei seiner Ex.

Weil: Diese Ex, die bin ja irgendwie auch ich. Weil diese Ex ein ganz normaler Mensch ist. Keine Prominente. Kein Star. Keine, die seit Jahren in den Medien ist. Sie ist das ganz normale Mädchen von nebenan. Und wir alle wissen: Eine Trennung ist scheisse. Immer. Mit das Schlimmste, was man sich doch vorstellen kann, in den ersten Wochen nach so einer Trennung, ist doch, dass man ständig daran erinnert wird, dass diese Person noch existiert.

Anna Miller.

Anna Miller.

Pd / Aargauer Zeitung

Es ist schlimm genug, sich an den Geruch zu erinnern, an all die gemeinsamen Orte, die man besuchte, den Lieblingsfilm, die kleinen Rituale im Alltag, die nun fehlen. Es ist schlimm genug, wenn Freunde aus Versehen den Namen fallen lassen oder man per Zufall mitkriegt, dass ER grad in die Ferien geht. Es ist schlimm genug, sich damit abfinden zu müssen, dass man nicht mehr zusammen ist.

Das Letzte, was man sich wünscht, ist daran erinnert zu werden. Aber die Erinnerung lauert wegen der neuen Medien und der Vernetzung von allem und jedem an jeder Ecke. Natürlich, man kann das Instagram-Profil blockieren. Auf Facebook entfreunden. Alle Fotos löschen, die Nummer.

Was aber, wenn der Andere in der Öffentlichkeit steht? Was, wenn das Leben, egal, wohin du im Internet läufst, deinen Ex in dein Gehirn spült? Das muss schrecklich sein. Ich habe mich immer gewundert, wie Jennifer Aniston, Angelina Jolie, Brad Pitt oder Amber Heard weiterleben. Wie es sein muss, wenn du das Bild deiner verflossenen Liebe an jedem Kiosk siehst, im Kino, auf Plakatwänden.

Schön, hat Luca Hänni eine neue Liebe gefunden. Schön, streichen die beiden die Wand des Gästezimmers neu, schmieren sich verliebt Farbe auf die Nase, gehen zusammen mit neuen Freunden wandern und dann baden im See. Schön, teilen sie endlich ihr Geheimnis der neuen Liebe mit der ganzen Welt, immerhin haben wir jetzt wieder was zu sehen: jö, lueg mal, wie härzig, mier zwei.

Derweil hockt seine Ex irgendwo rum und sieht das. Keine Ahnung, wie es ihr geht, vielleicht schert sie sich keinen Deut darum, ihren Ex mit einer neuen Flamme turtelnd durch die Welt tanzen zu sehen. Vielleicht stört es sie aber eben doch ein wenig.

Denke ich an Luca Hänni und Christina Luft und die Ex, bin ich kurz dankbar für meine Irrelevanz. Ich muss mir meine Verflossenen nicht im Fernsehen anschauen und nicht auf Buchcovern, nicht auf Kinoleinwänden und nicht im Internet. Ich muss nur schauen, dass ich bestimmte Quartiere meide, ein paar neue Bars entdecke, und, ah, hallo, du auch hier, so ein Zufall, verdammt.

Mehr zum Thema

Luca Hänni ist im ESC-Finale

Der Berner Sänger schaffte am Donnerstag mit dem Song «She Got Me» sensationell den Einzug ins ESC-Finale. Am Samstag gilt es nun ernst.
Stefanie Kalt

Freundin von Luca Hänni fieberte in Tel Aviv mit

Luca Hännis Freundin Michèle war mit dabei als ihr Schatz in Tel Aviv den vierten Platz machte. Wie sie Lucas Liebe zu den Fans erlebt und ihn bestmöglich bei seinen Projekten unterstützt, erzählt sie im Interview.
Silja Hänggi