Ueli Maurer kritisiert Corona-Strategie des Bundesrates

Finanzminister Ueli Maurer wurde im Bundesrat überstimmt. Nun meldet er öffentlich «grundsätzliche Zweifel» am Kurs der Landesregierung an und verweist auf das Beispiel Schweden.

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Bundesrat Ueli Mauer macht sich Sorgen um die wirtschaftlichen Folgekosten der Pandemie.

Bundesrat Ueli Mauer macht sich Sorgen um die wirtschaftlichen Folgekosten der Pandemie.

Keystone

(wap) In einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» stellt Bundesrat Ueli Maurer das Vorgehen seiner Amtskollegen in Frage. Der wirtschaftliche Stillstand der letzten Wochen habe enorme Kosten zur Folge, er frage sich, ob dies wirklich nötig gewesen sei, sagt der Finanzminister und verweist auf das Beispiel Schweden. Dort standen drastische Massnahmen wie die Schliessung von Geschäften und Restaurants lange nicht zur Diskussion, dies obwohl die Pandemie dort bis jetzt rund 2'300 Tote gegeben hat, rund 1000 mehr als in der Schweiz. Er sei gespannt, wie Schweden mit seiner liberalen Strategie die Krise meistere, so Ueli Maurer.

Nun will Maurer beim Bund massiv sparen. Die Verwaltung habe Speck angesetzt, viele Stellen könnten gestrichen werden, so der Bundesrat in der« NZZ». Weiter stellt er die vorgesehenen Überbrückungsleistungen für Arbeitslose zur Debatte. Zum Abbau der Schulde schlägt Maurer vor, die Ausschüttungen der Nationalbank in Zukunft verbindlich zur Tilgung der Corona-Verschuldung einzusetzen. Maurer rechnet mit einer Verschuldung von bis zu 50 Milliarden Franken.