Task-Force-Mitglied zu den steigenden Fallzahlen: «In Richtung Lockdown zu gehen, halte ich für falsch»

Manuel Battegay, Infektiologe und Co-Leiter der nationalen Covid-Taskforce, will zur Bekämpfung der steigenden Fallzahlen weiter auf die bewährten Massnahmen setzen. Wo nötig sollen die Kantone situativ eingreifen.

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Task-Force-Infektiologe Manuel Battegay rät von überstürzten Massnahmen ab.

Task-Force-Infektiologe Manuel Battegay rät von überstürzten Massnahmen ab.



Kenneth Nars / BLZ

(agl) Obwohl die stark steigenden Fallzahlen besorgniserregend seien, tue die Schweiz gut daran, jetzt nicht alarmistisch zu reagieren. Dies sagt Battegay in einem Interview mit dem «Tagesanzeiger»vom Dienstag. Wie bereits Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Gesundheitsminister Alain Berset, betont auch der Infektiologe die Wichtigkeit der Abstands- und Hygieneregeln und dass diese diszipliniert angewandt werden. «In Richtung Lockdown zu gehen, halte ich für falsch», so Battegay weiter.

Die Kantone könnten situativ über das Einschränken der Versammlungsgrösse oder die Ausweitung der Maskenpflicht entscheiden. Ebenfalls möglich sei eine erneute Homeoffice-Empfehlung, wenn die Hospitalisationen wieder stark ansteigen. Für Clubs brauche es derweil noch klarere Vorschriften, so Battegay. «Beispielsweise müsste die Musiklautstärke gedrosselt werden, damit Leute nicht schreien müssen, um sich zu verständigen.» Reichten die Vorschriften nicht aus, müssten Clubs und Bars gegebenenfalls im Winter für einige Monate geschlossen werden.

Was das nächste Jahr betrifft, geht Battegay davon aus, dass das Schlimmste im April vorbei sein wird. Dies mit der «Zuversicht auf einen recht baldigen Impfstoff» sowie dem Wissen, dass es diesen Sommer recht gut verlaufen ist. Der Infektiologe bleibt aber dabei, dass uns die Epidemie noch bis Ende 2021 beschäftigen wird.