Task-Force-Chef will an der aktuellen Strategie gegen Corona festhalten

Eine Durchseuchung sei keine Option, sagt Martin Ackermann, Leiter der Covid-19-Taskforce des Bundes. Ob es zu einer Verkürzung der Quarantänezeit kommt, lässt er noch offen.

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Der Virus habe nicht an Gefährlichkeit eingebüsst, sagt Martin Ackermann.

Der Virus habe nicht an Gefährlichkeit eingebüsst, sagt Martin Ackermann.

Anthony Anex / KEYSTONE

(mg) «Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Virus heute weniger gefährlich ist als im Frühling», sagt Martin Ackermann, Leiter der Covid-19-Taskforce des Bundes, der «NZZ am Sonntag». Warum es trotzdem weniger Todesfälle als im Frühling gibt, führt Ackermann darauf zurück, dass die Erkrankten derzeit im Durchschnitt jünger seien. Er fügt an: «Aber je höher die Fallzahlen sind, desto schwerer wird es, ältere Menschen und Menschen mit einer Vorerkrankung vor einer Ansteckung zu schützen.»

Er sieht auch keine Alternative zur gegenwärtigen Strategie zur Eindämmung des Virus. «Wir müssen den Leuten erklären, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen dem Schutz der Gesundheit und dem Aufrechterhalten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens», so Ackermann. Eine Durchseuchung komme für ihn nicht in Frage: «Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten sind viel zu hoch.»

Kantone müssen genügend Personal in Reserve haben

Ackermann zeigt sich zuversichtlich, dass auch trotz tieferen Temperaturen und bald wieder erlaubten Grossveranstaltungen die Situation unter Kontrolle bleibe. Das erfordere aber eine grosse Anzahl an Tests und ein funktionierendes Contact-Tracing. «Konkret heisst das, dass die Kantone jederzeit genügend Personal, auch genügend Personal in Reserve, haben müssen. Sonst bricht das System zusammen», sagt Ackermann.

Angesprochen auf eine mögliche Verkürzung der Quarantänezeit will sich der Task-Force-Chef nicht in die Karten blicken lassen: «Die Task-Force evaluiert zurzeit die epidemiologischen Folgen von verschieden langen Quarantänen.»