Tag der Pflege: Berufsverband will von der Politik «Taten statt Worte»

Mit einem öffentlichen Appell verlangt der Berufsverband der Pflegefachleute von der Politik Massnahmen gegen den sich abzeichnenden Pflegenotstand.

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Viele Pflegende wünschen sich, mehr Zeit für ihre Patienten zu haben.

Viele Pflegende wünschen sich, mehr Zeit für ihre Patienten zu haben.

Bild: Keystone

(wap) 65'000 Pflegende zusätzlich brauche die Schweiz bis 2030, doch die Ausbildungszahlen seien viel zu tief, kritisiert der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK). Zum heutigen internationalen Tag der Pflege hat er deshalb einen öffentlichen Appell lanciert, der die Politik wachrütteln soll. Der Schweiz drohe schon bald ein personeller Notstand in der Pflege. Bereits heute seien 11'000 Stellen nicht besetzt. Und fast jede zweite Pflegefachperson gebe ihren Beruf frühzeitig auf, warnt der Verband.

Die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Berufes müssen sich verbessern, damit die Ausgebildeten im Beruf bleiben, sagt SBK-Geschäftsführerin Yvonne Ribi: «Unsere Leute arbeiten auch unter normalen Bedingungen über der Belastungsgrenze.» Konkret fordert der SBK weitere Verbesserungen im indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative. Dieser nimmt bereits zwei Forderungen des SBK auf: Verstärkte staatliche Investitionen in die Ausbildung und die Abgeltung von pflegerischen Grundleistungen ohne ärztliche Anordnung. Dies sind auch zentrale Forderungen der 2017 eingereichten Pflegeinitiative, die auch die Zahl der Patienten pro Pflegeperson festschreiben will.

Auch die Gewerkschaft Syna erhebt zum Tag der Pflege Forderungen. Die Gesundheitsbranche brauche einen nationalen Gesamtarbeitsvertrag. Dieser müsse unter anderem Mindestlöhne festschreiben, schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung.

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