ETH-Studie
Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich trotz Coronakrise weiterhin sicher

Die Coronakrise hat das Sicherheitsempfinden der Schweizerinnen und Schweizer nicht beeinflusst. Das Vertrauen in den Bundesrat ist seit dem vergangenen Sommer jedoch stark zurückgegangen.

Alice Guldimann
Drucken
Teilen
Die Polizei geniesst in der Schweizer Bevölkerung ein hohes Vertrauen. (Symbolbild)

Die Polizei geniesst in der Schweizer Bevölkerung ein hohes Vertrauen. (Symbolbild)

Keystone

Trotz Pandemie fühlen sich die Schweizerinnen und Schweizer sicher. Das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum hat im vergangenen Coronajahr sogar noch zugenommen. Das zeigt die am Dienstag veröffentlichte Studie «Sicherheit 2021» der Dozentur Militärsoziologie der Militärakademie an der ETH Zürich. Die Forschenden haben dazu Umfragen vom Juli 2020 und vom Januar 2021 analysiert.

Am höchsten schätzen die Befragten die Bedrohung durch eine Pandemie ein. Ebenfalls ganz oben auf der Liste stehen Cyberangriffe, eine Wirtschaftskrise oder die Verbreitung von Fake News, wie der Studie zu entnehmen ist. Als nur wenig gefährdet nehmen die Schweizerinnen und Schweizer derweil ihre persönliche Freiheit, die Energieversorgung und die demokratischen Grundrechte wahr.

Vertrauen in den Bundesrat seit letztem Juli rückläufig

Das Vertrauen in Politik und Institutionen fiel auch im Coronajahr hoch aus, wie die Umfrage weiter zeigt. Wie bereits in den Vorjahren geniesst die Polizei das höchste Vertrauen, gefolgt von der Wissenschaft, den Gerichten und dem Bundesrat. Gemäss der ETH-Studie hat das Vertrauen in die Landesregierung seit dem letzten Juli jedoch signifikant abgenommen.

Neben den Auswirkungen der Pandemie auf die Bedrohungswahrnehmung fokussiert die diesjährige Studie «Sicherheit 2021» zudem auf alternative Dienstmodelle und die Einstellung der Bevölkerung zu einem allgemeinen obligatorischen Bürgerdienst. Die Umfrageergebnisse zeigen: 67 Prozent befürworten einen obligatorischen Dienst für Männer und Frauen mit freier Wahl zwischen Militär-, Zivil- oder Sozialdienst. Das sind 14 Prozent mehr als noch 2015.

Junge stehen weniger geschlossen hinter Armee

63 Prozent sprechen sich zudem für einen allgemeinen obligatorischen Bürgerdienst aus. Rund drei Viertel der Befragten versprechen sich davon einen Gewinn für Staat und Zivilgesellschaft sowie eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ebenfalls rund drei Viertel der Schweizer Bevölkerung sind aber nach wie vor der Meinung, dass die Notwendigkeit für eine Schweizer Armee weiterhin besteht. Die Studie stellt jedoch fest, dass dieser Wert insbesondere bei den 18- bis 29-Jährigen gesunken ist. Von ihnen erachten noch knapp 60 Prozent die Armee als notwendig.

Für die Studie «Sicherheit 2021» der ETH Zürich sind insgesamt 1228 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der drei grossen Sprachregionen der Schweiz befragt worden. Die Telefonumfrage durchgeführt hat das Meinungsforschungsinstitut LINK.

Aktuelle Nachrichten